Hausbau im Salzbergbaugebiet

Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW e.V.

Bauen im Bergsenkungsgebiet

Hausbau im Salzbergbaugebiet

Wer im Einflussbereich des Salzbergbaus bauen möchte, sollte mögliche Bodenbewegungen und Grundwasserverhältnisse bereits in der Planung berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis

Keine individuelle Bau- oder Statikberatung

Aufgrund mehrerer Anfragen zum Hausbau im Bergsenkungsgebiet haben wir diese Informationen zusammengestellt.

Die Bürgerinitiative ist keine Architekten-, Ingenieur- oder Statikberatung. Die nachfolgenden Punkte dienen daher nur als Orientierung.

Welche Maßnahmen für ein konkretes Grundstück und Gebäude erforderlich sind, sollte immer mit Architekten, Statikern, Baugrundgutachtern und gegebenenfalls weiteren Fachplanern abgestimmt werden.

Vor dem Baubeginn

Baugrund und Bergbaueinwirkungen frühzeitig prüfen

1

Baugrund untersuchen lassen

Vor Beginn der Planung ist es sinnvoll, die geologischen und örtlichen Gegebenheiten des Grundstücks untersuchen zu lassen.

Ein Baugrundgutachten kann Hinweise auf Bodenbeschaffenheit, Tragfähigkeit, Grundwasserverhältnisse und mögliche besondere Anforderungen an die Gründung liefern.

2

Bergbauliche Einwirkungen berücksichtigen

Im Bereich bergbaubedingter Senkungen können horizontale und vertikale Bodenbewegungen zusätzliche Anforderungen an die Konstruktion eines Gebäudes stellen.

Diese möglichen Einwirkungen sollten bereits bei der Tragwerksplanung berücksichtigt werden.

Konstruktion

Bergschadensicherungen bereits bei der Planung berücksichtigen

Im Salzbergbau-Senkungsgebiet können konstruktive Maßnahmen sinnvoll oder erforderlich sein, um die Widerstandsfähigkeit eines Gebäudes gegenüber möglichen Bodenbewegungen zu erhöhen.

Bei Einfamilienhäusern kann beispielsweise eine verstärkte Ausführung der Bodenplatte oder des Kellers vorgesehen werden. Dazu können je nach statischer Planung zusätzliche Bewehrung, eine angepasste Bodenplattendicke oder weitere konstruktive Maßnahmen gehören.

Welche Lösung erforderlich ist, hängt vom Grundstück, vom Gebäude, von der Gründung und von den zu erwartenden Einwirkungen ab.

Wichtig: Maßnahmen, die bei der Errichtung des Gebäudes berücksichtigt werden können, lassen sich später häufig nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht nachrüsten.

Gründung & Keller

Mit oder ohne Keller?

Auch in einem Bergsenkungsgebiet kann grundsätzlich ein Keller möglich sein. Welche Ausführung sinnvoll ist, muss jedoch immer für das konkrete Bauvorhaben geprüft werden.

Besondere Aufmerksamkeit sollte unterschiedlichen Gründungshöhen innerhalb eines Gebäudes gelten. Ein Teilkeller kann aufgrund der unterschiedlichen Gründungsebenen zusätzliche statische Anforderungen verursachen.

Soll ein Keller errichtet werden, sollte deshalb frühzeitig geprüft werden, welche Gründungs- und Konstruktionsart für das Gebäude geeignet ist.

Grundwasser

Abdichtung gegen Wasser mitplanen

Im Salzbergbaugebiet werden Grundwasserstände teilweise technisch reguliert. Gleichzeitig hat es in der Vergangenheit in einzelnen Bereichen Probleme mit hohen Grundwasserständen und vernässten Kellern gegeben.

Bei der Planung eines Kellers sollte deshalb geprüft werden, welche Abdichtung entsprechend der konkreten Wasserbeanspruchung erforderlich ist.

In Betracht kommen – abhängig von der fachlichen Planung – beispielsweise wasserundurchlässige Konstruktionen oder andere geeignete Abdichtungssysteme.

Mehr zur Grundwasserproblematik →

Dokumentation

Gebäudezustand nach Fertigstellung dokumentieren

Höhen- und Bestandsvermessung

Nach Abschluss des Hausbaus kann es sinnvoll sein, den Ausgangszustand des Gebäudes möglichst genau dokumentieren zu lassen.

Dazu können beispielsweise Höhenmessungen, geodätische Messpunkte oder moderne Laserscanning-Verfahren genutzt werden.

Damit steht bei später auftretenden Veränderungen eine dokumentierte Ausgangssituation zur Verfügung.

Kurz zusammengefasst

Vor dem Hausbau beachten

✓ Baugrundgutachten erstellen lassen
✓ Bergbauliche Einwirkungen bei der Statik berücksichtigen
✓ Gründung und Bodenplatte fachlich planen lassen
✓ Kellerlösung individuell prüfen
✓ Grundwasser- und Abdichtungssituation berücksichtigen
✓ Ausgangszustand des fertigen Gebäudes dokumentieren
✓ Frühzeitig Informationen zum bergbaulichen Einfluss einholen

Bauvoranfrage

Informationen beim Bergbauunternehmen einholen

Auch K+S bietet nach den uns vorliegenden Informationen Unterstützung im Zusammenhang mit Bauvorhaben im Einflussbereich des Salzbergwerks Borth an.

Es kann daher sinnvoll sein, vor Baubeginn zusätzlich eine Bauvoranfrage an das Unternehmen zu richten und sich über mögliche bergbauliche Einwirkungen auf das Grundstück zu informieren.

K+S Minerals and Agriculture GmbH Werk Borth
Karlstraße 80
47495 Rheinberg Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Hinweis:

Ansprechpartner und Kontaktdaten können sich ändern. Für eine Bauvoranfrage sollte daher im Zweifel vorab geprüft werden, wer aktuell bei K+S zuständig ist.

Die nächste Radiosendung

Freitag, 9. Oktober 2026, 20:04 Uhr: Geologie und Bergbau

Alle Sendungen können Sie sich noch einmal anhören: Die BI in Radio und TV .

Die Sendung vom 14. August 2026 hatte das Thema Sprengungen im Salzbergbau behandelt.

Wir berichten regelmäßig im Radio KW Bürgerfunk über den Salzbergbau. Jeweils am 2. Freitag eines Monats werfen wir einen Blick auf den Salzbergbau, auf aktuelle Entwicklungen zum anstehenden Planfeststellungsverfahren und führen Interviews mit Experten durch.

 

Melden Sie Ihren Schaden!

Schaden melden