Hochwasserschutz am Niederrhein

Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW e.V.

Hochwasser, Deiche & Bergsenkungen

Hochwasserschutz am Niederrhein

Der Niederrhein gehört zu den Regionen Deutschlands, in denen Hochwasserschutz eine besonders große Bedeutung hat. Große Teile des linksrheinischen Gebiets liegen hinter Deichen und sind auf dauerhaft funktionierende Hochwasserschutz- und Entwässerungssysteme angewiesen.

Niederrhein

Eine besonders sensible Region

Der Rhein durchfließt Nordrhein-Westfalen auf einer Länge von rund 226 Kilometern. Am Niederrhein verläuft er durch eine zunehmend flache Landschaft.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf werden große Flächen durch Deiche vor Rheinhochwasser geschützt. In den potenziell überflutungsgefährdeten Bereichen leben rund eine Million Menschen.

Gerade deshalb ist ein dauerhaft funktionierender Hochwasserschutz für die Region von zentraler Bedeutung.

Salzbergbau

Warum Bergsenkungen beim Hochwasserschutz relevant sind

Durch untertägigen Bergbau kann sich die Geländeoberfläche dauerhaft absenken.

In einer ohnehin sehr flachen Landschaft kann dadurch die Höhendifferenz zwischen Gelände, Rheinwasserstand, Grundwasser und Entwässerungssystemen verändert werden.

Besonders relevant ist dies dort, wo abgesenkte Flächen hinter Hochwasserschutzdeichen liegen.

Geländehöhe Senkungen können dazu führen, dass Flächen künftig tiefer gegenüber dem Rhein liegen.
Grundwasser Bei sinkender Geländeoberfläche kann sich der Grundwasserflurabstand verringern.
Entwässerung Natürliche Gefälle und Abflussmöglichkeiten können beeinträchtigt werden.
Deichhinterland Tief liegende Flächen können im Hochwasserfall besonders empfindlich auf Qualm- und Grundwasser reagieren.

Potenzielle Überflutung

In Bergsenkungsgebieten können große Wassertiefen entstehen

Bereits frühere Untersuchungen zum Hochwasserrisiko am Niederrhein haben gezeigt, dass in tief liegenden Bergsenkungsgebieten bei einem Versagen der Hochwasserschutzanlagen sehr große Überflutungstiefen auftreten können.

In amtlichen Untersuchungen werden für einzelne Bergsenkungsgebiete potenzielle Überflutungshöhen von mehr als zehn Metern genannt.

Dabei handelt es sich um Szenarien für den Fall einer Überflutung beziehungsweise eines Versagens von Schutzanlagen – nicht um reguläre Hochwasserstände.

Historische Dokumentation

Hochwasserfibel aus dem Jahr 2000

Bereits im Jahr 2000 wurden die besonderen Risiken des Niederrheins und der Bergsenkungsgebiete ausführlich dargestellt.

Heute wichtiger denn je

Aktuelle Hochwassergefahrenkarten nutzen

Die historische Hochwasserfibel ist für die Einordnung weiterhin interessant. Für die heutige Bewertung eines Grundstücks sollten jedoch die aktuellen Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten des Landes Nordrhein-Westfalen verwendet werden.

Die Karten zeigen je nach Hochwasserszenario unter anderem, welche Flächen überflutet werden können und welche Wassertiefen zu erwarten sind.

Aktuelle Hochwasserkarten des Landes NRW

Aktueller Salzabbau

Hochwasserschutz im Planfeststellungsverfahren Borth

Am 9. April 2025 hat die Bezirksregierung Arnsberg den Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung der Abbauflächen des Steinsalzbergwerks Borth erlassen.

Der Beschluss enthält unter anderem Vorgaben zum Hochwasserschutz, zum Senkungsmonitoring sowie zum Schutz von Grundwasser und Oberflächengewässern.

Die Bürgerinitiative hat gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster erhoben.

Ein wesentlicher Punkt unserer Klage ist die Frage, ob die Auswirkungen zusätzlicher Bergsenkungen auf Hochwasser, Starkregen, Grundwasser, Qualmwasser, Entwässerung und Deichanlagen ausreichend untersucht und bewertet wurden.

Aktueller Stand des Planfeststellungs- und Klageverfahrens

Hochwasserschutz vor Ort

Deichverband Duisburg-Xanten

Der Deichverband Duisburg-Xanten ist für große Teile des linksrheinischen Hochwasserschutzes zwischen Duisburg-Baerl und Xanten-Beek zuständig.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem der Bau, die Unterhaltung und die Verteidigung von Deichen und Hochwasserschutzanlagen.

Auch 2026 werden Hochwasserschutzanlagen weiter angepasst. Der Verband nennt beispielsweise die Umsetzung eines Sicherungskonzeptes zur Aufhöhung eines rheinfernen Deiches.

Deichverband Duisburg-Xanten

Mehrfachbelastung

Rheinhochwasser, Starkregen und Grundwasser zusammendenken

Hochwasserschutz bedeutet am Niederrhein nicht nur Schutz vor einem hohen Rheinwasserstand.

Gleichzeitig können Starkregen, hohe Grundwasserstände, Qualmwasser und eine eingeschränkte Binnenentwässerung auftreten.

In bergbaulich abgesenkten Gebieten ist deshalb aus Sicht der Bürgerinitiative besonders wichtig, diese Faktoren gemeinsam zu untersuchen und nicht isoliert voneinander zu betrachten.

Für Bürgerinnen und Bürger

Vorsorge für den Hochwasserfall

Gefährdung prüfen

Prüfen Sie anhand aktueller Hochwassergefahrenkarten, ob Ihr Grundstück in einem gefährdeten Bereich liegt.

Gebäude schützen

Kelleröffnungen, Lichtschächte und technische Anlagen können bei einer Überflutung besonders gefährdet sein.

Warnungen beachten

Nutzen Sie amtliche Warnsysteme und beachten Sie Hinweise von Kommunen, Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Verhalten bei Hochwasser

Hochwasserbroschüre für den Kreis Wesel

Hinweise zur persönlichen Vorsorge und zum Verhalten bei Hochwasser finden Sie auch in der vorhandenen Hochwasserbroschüre.

Hochwasserbroschüre öffnen
Hochwasserbroschüre für den Kreis Wesel

Die nächste Radiosendung

Freitag, 13. November 2026, 20:04 Uhr: Das Thema der Sendung wird noch bekanntgegeben.

Alle Sendungen können Sie sich noch einmal anhören: Die BI in Radio und TV .

Die Sendung vom 14. August 2026 hatte das Thema Sprengungen im Salzbergbau behandelt.

Wir berichten regelmäßig im Radio KW Bürgerfunk über den Salzbergbau. Jeweils am 2. Freitag eines Monats werfen wir einen Blick auf den Salzbergbau, auf aktuelle Entwicklungen zum anstehenden Planfeststellungsverfahren und führen Interviews mit Experten durch.

 

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