Hinweise zur Schadensmeldung beim Auftreten eines Schadens

Tiefe Risse im Mauerwerk können auf Setzungsschäden an Gebäuden hinweisen und rufen gleich in mehrfacher Hinsicht Unsicherheit hervor. Der Betroffene fragt sich, wie so etwas passieren kann und ob das Gebäude noch sicher auf seinen Fundamenten steht.

Die Gründe, warum ein Gebäude, das jahreslang sicher auf seinen Fundamenten ruhte, plötzlich in Bewegung gerät, können vielseitig sein. Neben den für unser Gebiet auftretenden Bodensenkungen durch den Salzbergbau, können auch Bodenausspülungen, die entweder zu Hohlräumen in dem belasteten Baugrund führen oder die geologischen Verhältnisse im Untergrund derart verändern, dass sich beispielsweise Mulden aus aufgeweichten Bodenlinsen bilden - bezogen auf Tonschichten. Auch der heiße und trockene Sommer 2018 veränderte durch die anhaltende Dürre den Feuchtehaushalt - und damit die geologischen Verhältnisse und Bodenkonsistenzen - bis in tiefere Erdschichten.

 

An wen muss ich mich wenden?

Da der Salzabbau bis zum Jahre 2002 von der Solvay und anschließend von der Esco durchgeführt wurde, ist zunächst zu klären, in welchem Verantwortungsbereich sich Ihr betroffenes Objekt befindet.

Die folgende Karte kann Ihnen dazu nützlich sein:

Quelle: esco - Runder tisch 16.07.19

Setzen Sie sich mit dem entsprechenden Unternehmen in Verbindung und lassen melden Sie Ihren Schaden. Bitte melden Sie uns ebenfalls Ihren Schaden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

A. Cavity/Solvay ist zuständig

Cavity GmbH, Xantener Str. 237, 47495 Rheinberg

Ansprechpartner:

Herr Roland Volmary

Tel.: 02843-73 3778

Herr Reinhard Maly

Tel.: 02843-73 3777

Link zur Cavity GmbH

 

B. esco is zuständig

esco - european salt company GmbH & Co. KG, Karlstraße 80, 47495 Rheinberg

Ansprechpartner:

Frau Antje Bräunig

Tel.: 02803 48-2236

 

C. esco/Cavity sind zuständig

Bitte wenden Sie sich an einen der beiden vorgenannten Unternehmen

 

D. Land NRW ist zuständig

Aufgrund eines Vertrages mit dem Land NRW aus dem Jahr 1988 besteht für das gesamte Gebiet der Bislicher Insel ein Bergschadensverzicht. Weitere Informationen zum Bergschadensverzicht erhalten Sie hier.

 

Schadensbesichtigung und -beurteilung

Nach Meldung des Schadens wird sich das verantwortliche Bergbauunternehmen mit Ihnen in Verbindung setzen und einen Ortstermin vereinbaren. Bei diesem Ortstermin werden die Schaden aufgenommen und dokumentiert.

Auf Wunsch können am Haus Höhenbolzen gesetzt werden, mit denen Sie Veränderungen der Höhen - aber dann erst in der Zukunft - feststellen können. Wir raten dennoch dazu, dieses kostenlose Angebot der Unternehmen anzunehmen und eine Einmessung der Höhen vorzunehmen. Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen in unserer Rubrik "Feststellung einer Schieflage."

Nach einigen Wochen erfolgt ein weiterer Ortstermin, bei dem Ihnen die Ergebnisse der Schadensbeurteilung durch das Unternehmen mitgeteilt werden. In der Regel erfolgt nach 3-4 Jahren eine erneute Überprüfung. Hier sollten Sie gegebenenfalls beim Unternehmen nachhaken, falls dieser Zeitrahmen bereits überschritten ist.

Da die Schadensaufnahme und Bewertung durch den möglichen Verursacher erfolgt ist eine neutrale Beurteilung nicht gegeben. Aus diesem Grunde fordern wir weiterhin die Einrichtung einer neutralen Schadensbeurteilung - sei es in Form einer Schlichtungsstelle oder eine alternative Lösung.

 

Achten Sie auf  Verjährungsfristen! Wir möchten hier nochmals auf die Verjährungsfristen hinweisen!


Herrn Debusmann - Vorsitzender der Schlichtungsstelle - wies in der Vergangenheit mit Blick auf das Gesetz immer wieder auf folgendes hin:
"Für unmittelbare Schäden durch den Bergbau müsse dieser auch aufkommen", und warnte jedoch vor geltenden Fristen. Die lägen aktuell bei drei Jahren, wenn Schaden und Schädiger bekannt seien. Wolle man die Verjährung unterbinden, müsse man einen Mahnbescheid vor Gericht erwirken oder bei der Schlichtungsstelle einen Antrag auf Schlichtung stellen. „Dann setzt die Frist aus“, erklärte Debusmann.

Fällt dem Betroffenen der Schaden erst später auf, läuft die Verjährungsfrist zehn Jahre nach Auftreten des Schadens ab.
„Melden Sie sich also sofort, wenn sie einen Schaden entdecken“, riet Debusmann den Hausbesitzern. „Fristen sind gefährlich, denn selbst wenn sie Recht haben sollten, bekommen sie nach Ablauf der Frist nichts mehr.
Neben der Meldung beim Bergbauunternehmen sollten Sie sich auch mit uns in Verbindung setzen.