Natur & Wasserhaushalt
Auswirkungen des Salzabbaus auf die Natur
Bergbaubedingte Geländesenkungen können nicht nur Gebäude und Infrastruktur betreffen. Sie können auch den Wasserhaushalt, Böden, landwirtschaftliche Flächen, Gewässer und natürliche Lebensräume verändern.
Zusammenhang
Warum Bodensenkungen Auswirkungen auf die Natur haben können
Senkt sich die Geländeoberfläche, verändert sich auch ihr Verhältnis zu Grundwasser, Bächen, Gräben und anderen Oberflächengewässern.
Dadurch können sich Grundwasserflurabstände, Entwässerungsverhältnisse und Fließwege verändern.
Welche Folgen daraus entstehen, hängt stark von den örtlichen Verhältnissen ab – insbesondere von Bodenart, Geländeform, Grundwasserstand, Vegetation und vorhandenen Entwässerungssystemen.
Landwirtschaft
Vernässung und erschwerte Bewirtschaftung
Für landwirtschaftlich genutzte Flächen kann insbesondere eine Verringerung des Grundwasserflurabstands problematisch sein.
Steht das Grundwasser dauerhaft sehr hoch oder treten über längere Zeit Vernässungen auf, können Böden später befahrbar werden, Feldarbeiten verzögert und Pflanzenwurzeln beeinträchtigt werden.
Auch zeitweise Überflutungen oder eine unzureichende Ableitung von Niederschlagswasser können die landwirtschaftliche Nutzung erschweren.
Vegetation
Veränderungen im Wurzelraum
Wasserhaushalt
Ein dauerhaft veränderter Grundwasserstand beeinflusst die Versorgung des Bodens mit Wasser und Sauerstoff.
Wurzelraum
Bei längerer Vernässung können empfindliche Pflanzen unter Sauerstoffmangel im Wurzelbereich leiden.
Nährstoffhaushalt
Veränderungen der Bodenfeuchte können auch chemische und biologische Prozesse im Boden verändern und damit die Nährstoffverfügbarkeit beeinflussen.
Forstflächen
Auch Bäume und Waldbestände können empfindlich auf längerfristige Veränderungen des Bodenwasserhaushalts reagieren.
Bäche, Gräben & Vorfluter
Veränderungen der Fließ- und Entwässerungsverhältnisse
Geländesenkungen können das Gefälle von Bächen, Entwässerungsgräben und anderen Gewässern verändern.
Dadurch können sich Fließgeschwindigkeiten und Abflussrichtungen verändern oder zusätzliche technische Maßnahmen erforderlich werden, damit Wasser weiterhin zuverlässig abgeführt werden kann.
In besonders stark abgesenkten Bereichen kann die natürliche Entwässerung erschwert werden.
Lebensräume
Feuchtgebiete und Biotope können sich verändern
Pflanzen- und Tiergemeinschaften sind häufig an bestimmte Wasserstände und Bodenverhältnisse angepasst.
Ändern sich diese Bedingungen dauerhaft, können sich auch Lebensräume verändern. Das kann sowohl durch zusätzliche Vernässung als auch durch technische Grundwasserabsenkung geschehen.
Insbesondere bei empfindlichen Biotopen ist deshalb nicht nur entscheidend, ob mehr oder weniger Wasser vorhanden ist, sondern ob die für den jeweiligen Lebensraum typischen Bedingungen erhalten bleiben.
Tierwelt
Veränderungen des Lebensraums wirken sich auch auf Tiere aus
Wenn sich Feuchtgebiete, Wiesen, Gewässer oder andere Lebensräume verändern, kann dies auch Auswirkungen auf die dort vorkommenden Tierarten haben.
Besonders empfindlich sind Arten, die auf bestimmte Wasserstände, Vegetationsstrukturen oder Gewässertypen angewiesen sind.
Ob daraus im konkreten Fall erhebliche Auswirkungen entstehen, muss im Rahmen naturschutzfachlicher Untersuchungen bewertet werden.
Rechtlicher Rahmen
Wasserhaushaltsgesetz
Das Wasserhaushaltsgesetz stellt den Schutz der Gewässer und ihrer ökologischen Funktionen ausdrücklich in den Mittelpunkt.
Zweck des Gesetzes ist es, durch eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung die Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts, als Lebensgrundlage des Menschen, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als nutzbares Gut zu schützen.
§ 1 Wasserhaushaltsgesetz
Aktuellen Gesetzestext öffnen →Europäischer Naturschutz
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie
Eine weitere wichtige Grundlage des europäischen Naturschutzes ist die Richtlinie 92/43/EWG – die sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie).
Sie dient der Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Tiere und Pflanzen und bildet eine wesentliche Grundlage für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Bei Vorhaben, die geschützte Gebiete oder Arten betreffen können, muss deshalb geprüft werden, ob erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Aktuelle FFH-Richtlinie bei EUR-Lex →Position der Bürgerinitiative
Langfristige Auswirkungen müssen mit betrachtet werden
Aus Sicht der Bürgerinitiative dürfen bei der Bewertung des Salzabbaus nicht nur unmittelbare Gebäudeschäden betrachtet werden.
Auch langfristige Veränderungen des Wasserhaushalts, landwirtschaftlicher Flächen, Gewässer und natürlicher Lebensräume müssen berücksichtigt werden.
Dies gilt insbesondere deshalb, weil bergbaubedingte Geländesenkungen langfristig bestehen bleiben und wasserwirtschaftliche Gegenmaßnahmen teilweise dauerhaft erforderlich sein können.
Weiterführende Informationen
