Grundwasser & Bergsenkungen
Auswirkungen durch Grundwasserentzug
Durch bergbaubedingte Bodensenkungen verändern sich Grundwasserflurabstände. In den betroffenen Gebieten muss deshalb dauerhaft in den Wasserhaushalt eingegriffen und Grundwasser reguliert werden.
Grundbegriff
Was bedeutet Grundwasserflurabstand?
Als Grundwasserflurabstand bezeichnet man den Höhenunterschied zwischen der Geländeoberfläche und dem Grundwasserspiegel.
Senkt sich die Geländeoberfläche durch Bergbau ab, während der Grundwasserstand unverändert bleibt, wird dieser Abstand geringer.
Dadurch kann Grundwasser näher an Keller, Fundamente, landwirtschaftlich genutzte Flächen oder andere empfindliche Bereiche heranreichen.
Wasserwirtschaft
Welche Aufgabe hat die LINEG?
Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) ist für verschiedene wasserwirtschaftliche Aufgaben am linken Niederrhein zuständig.
Eine ihrer zentralen Aufgaben besteht darin, in Bergsenkungsgebieten die Auswirkungen des Steinkohle- und Salzbergbaus auf den Grundwasserhaushalt auszugleichen.
Nach Angaben der LINEG soll der Grundwasserstand in diesen Bereichen auf einem vorbergbaulichen Niveau gehalten werden. Dazu werden unter anderem Steuer- und Förderbrunnen eingesetzt.
Technische Regulierung
Grundwasserpumpanlagen im LINEG-Gebiet
Zur Regulierung des Grundwasserstands betreibt die LINEG in Bergsenkungsgebieten zahlreiche Pumpanlagen, Steuerbrunnen und weitere wasserwirtschaftliche Anlagen.
Für Bauherren
Grundwasserstand vor dem Bauen prüfen
Für Neubauten und insbesondere bei der Planung von Kellern ist die Kenntnis des höchsten zu erwartenden Grundwasserstandes wichtig.
Die LINEG stellt auf Anfrage Informationen zu maximalen und aktuellen Grundwasserständen im Verbandsgebiet bereit. Diese Auskünfte sind gebührenpflichtig.
Der tatsächliche Flurabstand ergibt sich anschließend aus dem Grundwasserstand und der jeweiligen Geländehöhe des Grundstücks.
Grundwasseranfrage bei der LINEG →Bauen im Bergsenkungsgebiet
Hausbau richtig planen
Grundwasserstände, Abdichtung und mögliche bergbaubedingte Bodenbewegungen sollten bereits bei der Planung eines Gebäudes berücksichtigt werden.
Mögliche Folgen
Was kann eine dauerhafte Grundwasserregulierung bewirken?
Veränderung des Wasserhaushalts
Durch das Abpumpen wird der Grundwasserstand technisch beeinflusst. Dadurch können sich natürliche Boden- und Feuchteverhältnisse verändern.
Trocknung ursprünglich feuchter Böden
Flächen, die natürlicherweise einen hohen Grundwasserstand aufweisen, können durch eine dauerhafte Absenkung trockener werden.
Bodenbewegungen
Veränderungen des Wassergehalts in bestimmten Böden können zu Setzungen oder weiteren Bodenbewegungen beitragen.
Abhängigkeit von technischen Anlagen
In Bergsenkungsgebieten ist die langfristige Wasserregulierung teilweise dauerhaft auf Pumpanlagen und technische Infrastruktur angewiesen.
Bodenmechanik
Feinsande und mögliche Bodenveränderungen
Bei Grundwasserbewegungen können unter bestimmten geologischen Bedingungen auch feine Bodenbestandteile verlagert werden.
Ob daraus im konkreten Fall relevante Setzungen oder Hohlräume entstehen können, hängt stark von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit, der Grundwasserströmung und den örtlichen Verhältnissen ab.
Solche Fragen sollten deshalb nicht pauschal bewertet, sondern geotechnisch und hydrogeologisch untersucht werden.
Anschauliche Darstellung
Mögliche Auswirkungen einer Grundwasserabsenkung
Die folgende Animation veranschaulicht, wie sich eine Veränderung des Grundwasserstands auf den Untergrund auswirken kann.
Erfahrungen 2023/2024
Vernässungen in Menzelen, Borth und Wallach
Im Winter 2023/2024 kam es nach lang anhaltenden Niederschlägen zu sehr hohen Grundwasserständen.
In Menzelen, Borth und Wallach liefen zahlreiche Keller voll. Betroffene mussten teilweise dauerhaft pumpen und berichteten über erhebliche Schäden und finanzielle Belastungen.
Diese Ereignisse haben aus Sicht der Bürgerinitiative gezeigt, wie wichtig eine dauerhaft funktionierende Grundwasserregulierung in bereits abgesenkten Gebieten ist.
Die Bürgerinitiative hat die Ereignisse gegenüber Politik, Behörden und LINEG thematisiert und sich anschließend unter anderem mit einer Petition an den Landtag NRW gewandt.
Zur ausführlichen Grundwasserproblematik →Eigene Betroffenheit prüfen
Liegt mein Grundstück in einem Bergsenkungsgebiet?
Die LINEG stellt inzwischen eine interaktive Karte bereit, in der die Bodenbewegungsbereiche der Bergbauunternehmen dargestellt werden.
Dort kann geprüft werden, ob ein Grundstück innerhalb eines Bereichs liegt, dessen Geländeoberfläche durch bergbauliche Tätigkeiten verändert wurde.
Interaktive Karte der LINEG öffnen →
