Atommüllendlager

Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW e.V.

Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle

Auch der Niederrhein war Teil der ursprünglichen Auswahl

Seit 2017 sucht Deutschland nach einem Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Dabei werden unter anderem Salz-, Ton- und Kristallingesteine untersucht. Auch Bereiche am Niederrhein gehörten zu den 2020 ausgewiesenen Teilgebieten.

Stand Oktober 2026

Das Verfahren befindet sich weiter in Phase I, Schritt 2

Im Jahr 2020 veröffentlichte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den sogenannten Zwischenbericht Teilgebiete. Darin wurden 90 Teilgebiete ausgewiesen, die aus geologischer Sicht grundsätzlich günstige Voraussetzungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten ließen.

Diese 90 Teilgebiete umfassten damals rund 54 Prozent der Fläche Deutschlands.

Seitdem werden diese Gebiete schrittweise weiter untersucht und eingegrenzt. Ende 2025 befanden sich nach Angaben der BGE noch etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands in der weiteren Prüfung.

Phase I Standortregionen werden ermittelt
Schritt 2 repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen
27.10.2026 nächster Arbeitsstand der BGE
Ende 2027 Vorschlag der Standortregionen geplant

Nächster wichtiger Termin

Neuer Arbeitsstand am 27. Oktober 2026

Die BGE wird am 27. Oktober 2026 einen neuen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlichen.

Dabei sollen erstmals auch Gebiete der sogenannten Kategorie B dargestellt werden. Diese Gebiete lassen zwar eine gute Eignung erwarten, werden nach der Methodik der BGE aber nicht weiterverfolgt, wenn andere Gebiete noch besser geeignet erscheinen.

Für die weitere Auswahl kommen nur die bestbewerteten Gebiete der Kategorie A in Betracht.

Unsere Region

Warum der Niederrhein in der Endlagersuche auftaucht

Im Zwischenbericht Teilgebiete von 2020 wurden auch Bereiche am Niederrhein berücksichtigt.

Hintergrund sind die mächtigen Salzvorkommen im Untergrund, die geologisch grundsätzlich als mögliches Wirtsgestein für ein Endlager untersucht werden.

Der damalige Zwischenbericht stellte jedoch ausdrücklich keine Standortentscheidung dar. Er war lediglich die erste große Vorauswahl im Standortauswahlverfahren.

Karte der Teilgebiete der Endlagersuche
Teilgebiete der Endlagersuche nach dem Zwischenbericht 2020. Die damalige Darstellung ist heute nur noch als historischer Ausgangspunkt zu verstehen.

Aktuelle Karte

BGE Endlagersuche-Navigator

Die BGE stellt inzwischen einen interaktiven Endlagersuche-Navigator zur Verfügung.

Dort kann nach Ortsnamen oder Postleitzahlen gesucht werden. Für bereits bearbeitete Gebiete zeigt das System unter anderem den aktuellen Bearbeitungsstand, die Eignungskategorie und geologische Informationen.

Die angezeigten Arbeitsstände sind vorläufig. Verbindlich werden Standortregionen erst nach Prüfung durch das BASE und einer späteren gesetzlichen Entscheidung.

BGE Endlagersuche-Navigator öffnen

Bewertungssystem

Wie die BGE die Gebiete einordnet

Kategorie A beste Eignung

Diese Gebiete bleiben für die weitere Auswahl besonders relevant.

Kategorie B gute Eignung

Gute Eignung, werden jedoch nicht weiterverfolgt, wenn bessere Gebiete vorhanden sind.

Kategorie C geringe Eignung bis ungeeignet

Diese Gebiete werden im weiteren Auswahlprozess nicht weiter betrachtet.

Kategorie D ungeeignet

Diese Gebiete scheiden aus der weiteren Betrachtung aus.

Zeitplan

Die Endlagersuche wird wesentlich länger dauern als ursprünglich geplant

Das ursprünglich im Standortauswahlgesetz genannte Zieljahr 2031 ist nicht mehr realistisch.

Verschiedene Untersuchungen und Zeitplanungen gehen inzwischen davon aus, dass die Standortentscheidung erst deutlich später erfolgen wird.

Die BGE hält es weiterhin für möglich, einen Standort etwa bis zur Mitte dieses Jahrhunderts festzulegen, wenn das Verfahren in mehreren Punkten beschleunigt wird.

2020 90 Teilgebiete veröffentlicht
2024–2026 laufende Veröffentlichung von Arbeitsständen
Ende 2027 Vorschlag weniger Standortregionen
danach Prüfung, Beteiligung und übertägige Erkundung

Wirtsgestein Salz

Warum Salz überhaupt untersucht wird

Steinsalz wird seit Jahrzehnten als mögliches Wirtsgestein für hochradioaktive Abfälle untersucht.

Salz besitzt eine sehr geringe Durchlässigkeit und kann sich unter hohem Gebirgsdruck langfristig plastisch verformen.

Gleichzeitig müssen zahlreiche weitere Kriterien erfüllt sein, unter anderem ausreichende Mächtigkeit, geeignete Tiefenlage, günstige Geometrie und das Fehlen ungünstiger bergbaulicher oder geologischer Einflüsse.

Gerade in Regionen mit bestehendem oder historischem Bergbau spielt deshalb die genaue Bewertung vorhandener Eingriffe in den Salzuntergrund eine wichtige Rolle.

Bezug zum Salzbergbau am Niederrhein

Bestehender Bergbau ist ein wichtiger Prüfpunkt

Am Niederrhein wird seit vielen Jahrzehnten Steinsalz abgebaut. Darüber hinaus gibt es unter anderem Kavernen und weitere bergbauliche Eingriffe in den Untergrund.

Solche bergbaulichen Tätigkeiten müssen im Rahmen der Endlagersuche berücksichtigt werden.

Die BGE berücksichtigt in ihren Sicherheitsuntersuchungen unter anderem bestehende und vorgemerkte bergbauliche Tätigkeiten, wenn sie die Eignung eines Gebietes bewertet.

Aus der Tatsache, dass eine Region 2020 als Teilgebiet ausgewiesen wurde, folgt daher nicht automatisch, dass sie heute noch zu den bestgeeigneten Bereichen gehört.

Dokument von 2020

Zwischenbericht Teilgebiete

Der Zwischenbericht Teilgebiete vom 28. September 2020 bildete die Grundlage für die damalige Auswahl der 90 Teilgebiete.

Die Angaben zum Niederrhein und den dortigen Salzvorkommen sind deshalb weiterhin für die historische Einordnung interessant. Für den aktuellen Bearbeitungsstand sollte jedoch der Endlagersuche-Navigator verwendet werden.

Unterlagen zum Zwischenbericht Teilgebiete

Öffentlichkeitsbeteiligung

Das Verfahren bleibt öffentlich begleitet

Die Endlagersuche ist als wissenschaftsbasiertes, transparentes und lernendes Verfahren angelegt.

Nach dem Standortregionenvorschlag Ende 2027 wird das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) den Vorschlag prüfen und die Öffentlichkeit beteiligen.

Welche Regionen tatsächlich übertägig erkundet werden, entscheidet anschließend der Gesetzgeber.

Offizielle Informationen

Weiterführende Quellen

Die nächste Radiosendung

Freitag, 9. Oktober 2026, 20:04 Uhr: Geologie und Bergbau

Alle Sendungen können Sie sich noch einmal anhören: Die BI in Radio und TV .

Die Sendung vom 14. August 2026 hatte das Thema Sprengungen im Salzbergbau behandelt.

Wir berichten regelmäßig im Radio KW Bürgerfunk über den Salzbergbau. Jeweils am 2. Freitag eines Monats werfen wir einen Blick auf den Salzbergbau, auf aktuelle Entwicklungen zum anstehenden Planfeststellungsverfahren und führen Interviews mit Experten durch.

 

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