Am 15.12.2016 fand das erste offizielle Gespräch zwischen Vertretern des Bergbaubetreibers (Cavity, Esco - vertreten durch Frau Dinter und Herrn Maly), der LINEG (Herr Kempken), sowie der Bürgerinitiative (Herr Fischer, Herr Skeide, Herr Brinkhoff - sowie Markscheider Immekus) in Ginderich statt.

 

Sowohl Herr Fischer als auch Herr Maly begrüßten diese Gesprächsrunde, um dadurch zu einem Meinungsaustausch zu kommen.

Herr Maly, führte danach weiter aus, dass er die Vertreter der BI nicht verstehen könne. Bei dem von der BI durchgeführten Versammlungen würden die Sachverhalte zu den Auswirkungen des Steinsalzbergbaus an der Tagesoberfläche und den daraus resultierenden Schadensregulierungen nicht immer ganz richtig dargestellt. Grundsätzlich könne vom Erscheinungsbild eines Gebäudeschadens allein nicht auf die Schadensursache geschlossen werden.  Grundsätzlich sind im Bereich des Salzbergbaus Borth bei der Beurteilung Bergschaden / bergbaufremder Schaden vorhandene Messwerte zu Grunde zu legen. Die bergbaulichen Bodenbewegungen stellen eine mögliche Ursache eines Gebäudeschadens dar. Nicht jeder Gebäudeschaden sei ein Bergschaden. Darüber hinaus wies er auf die immer aktuelle Informationen hin, die in den Cavity News veröffentlicht werden und damit jedem Bürger zugänglich seien.

 

Herr Skeide gab ihm in der Hinsicht Recht, dass nicht jeder Gebäudeschaden durch Bodensenkung verursacht werde. Allerdings muss in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine Begutachtung und Bewertung des angerichteten Schadens durch den Schadensverursacher nicht hinnehmbar sei. Diese für Esco und Cavity gängige Praxis stößt bei den betroffenen Bürgern auf Ablehnung. In keiner Weise könne die Darstellung von Herrn Maly zutreffen, dass 99,5 % der betroffenen Schäden einvernehmlich geregelt werden.Die Schadensfeststellung und Beurteilung durch die Schiedsstelle würde einen neutralen Punkt darstellen, dessen Aussage vom Schadensverursacher, sowie vom Geschädigten akzeptiert werden müsse. Wichtig war hier, auch seine Feststellung, dass eine derartige Einrichtung, dass Vertrauen in der Bürgerschaft wesentlich verbessern würde.

 

Unser 1. Vorsitzender Wilhelm Fischer stellte fest, dass Herr Maly trotz Einladung zu keiner der Veranstaltungen erschienen war. Die Behauptung, dass von der BI Unwahrheiten verbreitet werden würden, wies er mit Nachdruck zurück. Er machte deutlich, dass in keiner der von der BI durchgeführten Versammlungen über Solvay und Cavity unwahr gesprochen worden sei. Ganz im Gegenteil, man habe die Bürger immer aufgefordert ihre Schäden bei Cavity zu melden. Weiter habe man immer auf die Wichtigkeit eines großen Arbeitgebers in unserer Region, mit seiner sehr hohen sozialen Kompetenz hingewiesen.

 

Herr Brinkhoff wollte die genaue Anzahl von Schäden wissen, die jährlich gemeldet werden. Es handele sich dabei um ca. 40 neue Fälle im Jahr, so Herr Maly. Herr Maly erklärte weiter, dass er daneben rund 350 ältere Schadensfälle zu betreuen hätte, die in zeitlichen Abständen immer wieder neu bearbeitet werden müssten. Bei weiterer Nachfrage von M. Brinkhoff stellte Herr Maly klar, dass er seit ca. 2 bis 3 Jahren die Bearbeitung der älteren Schadensfälle eingestellt habe und diese nur noch auf Nachfragen der Geschädigten bearbeitet. Da es in der Außenwirkung für viele Bürger nicht klar ist, wie sich die Zugehörigkeit und Aufgaben der Firmen Solvay, Esco, Cavity, K + S darstellt, wurden genauere Informationen von Frau Dinter zugesagt.

 

Herr Immekus und Herr Skeide wiesen auf Ungereimtheiten hin, die bei einer Einsichtnahme in die Abbaukarten bei der Bezirksregierung Arnsberg, in Dortmund festgestellt wurden. Die Karten, stimmen nicht mit letzter Genauigkeit mit dem tatsächlichen Abbau überein. Dieses sei vor allem im Falle der Aussolungen im Raum Borth/Wallach der Fall. Diese Abweichungen hielt Herr Maly jedoch für unwichtig.

 

Frau Bräunig informierte über den Abbau Bislicher Insel, der momentan in Richtung Birten stattfindet. Man fördere ausreichend große Mengen und wäre für einen plötzlichen Wintereinbruch immer vorbereitet. Die momentanen Abbauarbeiten unter der Bislicher Insel, decken sich mit der Aussage betroffener Bürger in Xanten – Beck und in Xanten – Birten, die zurzeit Erschütterungen wahrnehmen, die den Gesprächsteilnehmer bekannt sind.

 

Von der LINEG war Herr Kempken bei dem Gespräch anwesend. Er klärte die Anwesenden darüber auf, es u.a. zu den gesetzlichen Aufgaben der LINEG gehört, Grundwasser- und Vorflutschäden zu regulieren, die vom Bergbau verursacht werden.  Durch eine große Anzahl von Pumpen können sie dieser Aufgabe gerecht werden, so dass der Grundwasserspiegel bei ca. 3 m unter der Oberfläche garantiert werden könne. Die Pumpen in Deichnähe des Rheins würden nicht ständig laufen, sondern automatisch zugeschaltet werden, wenn der steigende Rheinpegel dieses erfordere. Dagegen sei die große Pumpanlage im Menzelener Feld, die sich im Baggersee zwischen den Ortslagen Menzelen, Büderich und Ginderich befindet, ständig in Betrieb. Zurzeit würde das Wasser aus dem Baggersee, in die große neu verlegte Leitung über die Ortschaft Poll in den Altrhein gepumpt. Es wurde auf Nachfrage bestätigt, dass das Gelände in der Gärtnerei an der Birtener Str., sowie auf der Straße von Ginderich nach Menzelen ohne ständiges Abpumpen, immer unter Wasser ständen. Weiter klärte er darüber auf, wie in den Ortslagen Borth und Büderich, das Wasser über verschiedene Grabenanlagen und Geländevertiefungen in den Rhein gepumpt wird.

 

Auf Nachfrage von W. Fischer, ob Herr Kempken sicherstellen kann, dass das Gelände im linken Rheinbogen in 50 bis 100 Jahren noch frei von Wasser ist, stimmte er zu. Weiter erklärte er sich bereit, bei entsprechenden Veranstaltungen gerne die Bürger persönlich zu informieren. Hierzu ist Herr Maly von der Firma Cavity ebenfalls bereit. Dieses Angebot nahm W. Fischer gerne an, um bei den Bürgern über diesen Weg vertrauensbildende Maßnahmen zu fördern und Verständnis für ihre Situation zu bekommen.

 

Zum Ende des Gesprächsaustausches gab jeder Teilnehmer ein kurzes Resümee ab. Man war einhellig der Meinung, dass man trotz der kontroversen Ausgangssituationen ein gutes Gespräch geführt habe. Um sich auf dem Laufenden zu halten und eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden, wurde der Vorschlag sich zu weiteren Gesprächen zu treffen, von allen begrüßt.