Die ordentliche Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW fand am Donnerstag, den 12. Januar 2017 in der Gaststätte van Gelder in Büderich statt.

Nach der Begrüßung der Anwesenden bedankte sich Wilhelm Fischer (1. Vorsitzender der Bürgerinitiative) für die gute Zusammenarbeit im Vorstand und Beirat.

In seinem Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres bezeichnete er die  Informationsveranstaltung am 10.11.2015 Startschuss für die Gründung der Bürgerinitiative. Damals war eine große Zahl betroffener Bürger im Saal van Gelder in Büderich versammelt, um sich über die Entwicklung der Bodensenkung im linken Rheinbogen zu informieren.
Bereits gute 2 Monate später - am 14.01.2016 wurde der Verein gegründet.

In den vielen Gesprächen mit den Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik, wurde das Bewusstsein geschärft, dass die Probleme durch die Senkungen des Salzbergbaus, keine Einzelfälle sind. Bereits in mehreren Sitzungen des Unterausschusses Bergbausicherheit in Düsseldorf wurde das Thema behandelt und diskutiert.

Positiv äußerte sich Wilhelm Fischer über die in den letzten Monaten erfolgten Gespräche mit der Stadt Wesel und den Stadtwerken in Wesel. Momentan wird im Auftrag der Stadt eine topographische Erhebung der Orte Büderich und Ginderich durchgeführt. Diese werde im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein. Aus dem Ergebnis der Untersuchung wird es möglich sein, Fließwege bei Starkregen zu simulieren. Bereits im Vorfeld können Maßnahmen abgeleitet werden, um dieses Problem zu minimieren.

Auch mit den Vertretern der Cavity und LINEG sind erste Gespräche durchgeführt worden. Es wurden bereits weitere Gespräche vereinbart, um Lösungsansätze zu finden. Die Bürgerinitiative fordert weiterhin die Aufnahme des Salzbergbaus in die Schlichtungsstelle Bergschaden NRW, welches von der Cavity rigoros abgelehnt wird.

Bei den Wahlen ergaben sich die folgenden Ergebnisse:
Markus Skeide (Rheinberg-Borth) wurde als stellvertretender Vorsitzender,
Xaver Merkl (Wesel-Büderich) als Kassierer einstimmig wiedergewählt.

Neu in den Beirat wurde Hans-Peter Feldmann (Xanten-Birten) gewählt. Er wird die Bürgerinitiative vor allem in Sachen Hochwasserschutz beraten.

Nach den Wahlen wurde das Planfeststellungsverfahren „Gewässerregulierung Nordgebiet bis zum Zeitschnitt 2025 „der LINEG angesprochen, über welches bereits in der Presse berichtet wurde. Die Bürgerinitiative rät in diesem Zusammenhang jedem Bürger, sich die ausgelegten bzw. im Internet veröffentlichten Unterlagen anzusehen. Bis zum 01.03.2017 ist es möglich, Einwendungen gegen die einzelnen Maßnahmen einzureichen. Auf der Homepage der Bürgerinitiative gibt es dazu weitergehende Informationen (inkl. Übersicht der Auslageorte): http://salzbergbaugeschaedigte.de/index.php/planfeststellungsverfahren. In Kürze werden wir darüber hinaus Informationen zum Einwendungsschreiben veröffentlichen.

Einige Informationen:
Aktuelle Mitgliederzahl: 992
Die Mitgliedschaft ist kostenlos
Mitglied werden kann jede/r volljährige Bürger/in ganz einfach im Internet unter:
http://salzbergbaugeschaedigte.de/index.php/mitgliedsantrag

Am 15.12.2016 fand das erste offizielle Gespräch zwischen Vertretern des Bergbaubetreibers (Cavity, Esco - vertreten durch Frau Dinter und Herrn Maly), der LINEG (Herr Kempken), sowie der Bürgerinitiative (Herr Fischer, Herr Skeide, Herr Brinkhoff - sowie Markscheider Immekus) in Ginderich statt.

 

Sowohl Herr Fischer als auch Herr Maly begrüßten diese Gesprächsrunde, um dadurch zu einem Meinungsaustausch zu kommen.

Herr Maly, führte danach weiter aus, dass er die Vertreter der BI nicht verstehen könne. Bei dem von der BI durchgeführten Versammlungen würden die Sachverhalte zu den Auswirkungen des Steinsalzbergbaus an der Tagesoberfläche und den daraus resultierenden Schadensregulierungen nicht immer ganz richtig dargestellt. Grundsätzlich könne vom Erscheinungsbild eines Gebäudeschadens allein nicht auf die Schadensursache geschlossen werden.  Grundsätzlich sind im Bereich des Salzbergbaus Borth bei der Beurteilung Bergschaden / bergbaufremder Schaden vorhandene Messwerte zu Grunde zu legen. Die bergbaulichen Bodenbewegungen stellen eine mögliche Ursache eines Gebäudeschadens dar. Nicht jeder Gebäudeschaden sei ein Bergschaden. Darüber hinaus wies er auf die immer aktuelle Informationen hin, die in den Cavity News veröffentlicht werden und damit jedem Bürger zugänglich seien.

 

Herr Skeide gab ihm in der Hinsicht Recht, dass nicht jeder Gebäudeschaden durch Bodensenkung verursacht werde. Allerdings muss in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine Begutachtung und Bewertung des angerichteten Schadens durch den Schadensverursacher nicht hinnehmbar sei. Diese für Esco und Cavity gängige Praxis stößt bei den betroffenen Bürgern auf Ablehnung. In keiner Weise könne die Darstellung von Herrn Maly zutreffen, dass 99,5 % der betroffenen Schäden einvernehmlich geregelt werden.Die Schadensfeststellung und Beurteilung durch die Schiedsstelle würde einen neutralen Punkt darstellen, dessen Aussage vom Schadensverursacher, sowie vom Geschädigten akzeptiert werden müsse. Wichtig war hier, auch seine Feststellung, dass eine derartige Einrichtung, dass Vertrauen in der Bürgerschaft wesentlich verbessern würde.

 

Unser 1. Vorsitzender Wilhelm Fischer stellte fest, dass Herr Maly trotz Einladung zu keiner der Veranstaltungen erschienen war. Die Behauptung, dass von der BI Unwahrheiten verbreitet werden würden, wies er mit Nachdruck zurück. Er machte deutlich, dass in keiner der von der BI durchgeführten Versammlungen über Solvay und Cavity unwahr gesprochen worden sei. Ganz im Gegenteil, man habe die Bürger immer aufgefordert ihre Schäden bei Cavity zu melden. Weiter habe man immer auf die Wichtigkeit eines großen Arbeitgebers in unserer Region, mit seiner sehr hohen sozialen Kompetenz hingewiesen.

 

Herr Brinkhoff wollte die genaue Anzahl von Schäden wissen, die jährlich gemeldet werden. Es handele sich dabei um ca. 40 neue Fälle im Jahr, so Herr Maly. Herr Maly erklärte weiter, dass er daneben rund 350 ältere Schadensfälle zu betreuen hätte, die in zeitlichen Abständen immer wieder neu bearbeitet werden müssten. Bei weiterer Nachfrage von M. Brinkhoff stellte Herr Maly klar, dass er seit ca. 2 bis 3 Jahren die Bearbeitung der älteren Schadensfälle eingestellt habe und diese nur noch auf Nachfragen der Geschädigten bearbeitet. Da es in der Außenwirkung für viele Bürger nicht klar ist, wie sich die Zugehörigkeit und Aufgaben der Firmen Solvay, Esco, Cavity, K + S darstellt, wurden genauere Informationen von Frau Dinter zugesagt.

 

Herr Immekus und Herr Skeide wiesen auf Ungereimtheiten hin, die bei einer Einsichtnahme in die Abbaukarten bei der Bezirksregierung Arnsberg, in Dortmund festgestellt wurden. Die Karten, stimmen nicht mit letzter Genauigkeit mit dem tatsächlichen Abbau überein. Dieses sei vor allem im Falle der Aussolungen im Raum Borth/Wallach der Fall. Diese Abweichungen hielt Herr Maly jedoch für unwichtig.

 

Frau Bräunig informierte über den Abbau Bislicher Insel, der momentan in Richtung Birten stattfindet. Man fördere ausreichend große Mengen und wäre für einen plötzlichen Wintereinbruch immer vorbereitet. Die momentanen Abbauarbeiten unter der Bislicher Insel, decken sich mit der Aussage betroffener Bürger in Xanten – Beck und in Xanten – Birten, die zurzeit Erschütterungen wahrnehmen, die den Gesprächsteilnehmer bekannt sind.

 

Von der LINEG war Herr Kempken bei dem Gespräch anwesend. Er klärte die Anwesenden darüber auf, es u.a. zu den gesetzlichen Aufgaben der LINEG gehört, Grundwasser- und Vorflutschäden zu regulieren, die vom Bergbau verursacht werden.  Durch eine große Anzahl von Pumpen können sie dieser Aufgabe gerecht werden, so dass der Grundwasserspiegel bei ca. 3 m unter der Oberfläche garantiert werden könne. Die Pumpen in Deichnähe des Rheins würden nicht ständig laufen, sondern automatisch zugeschaltet werden, wenn der steigende Rheinpegel dieses erfordere. Dagegen sei die große Pumpanlage im Menzelener Feld, die sich im Baggersee zwischen den Ortslagen Menzelen, Büderich und Ginderich befindet, ständig in Betrieb. Zurzeit würde das Wasser aus dem Baggersee, in die große neu verlegte Leitung über die Ortschaft Poll in den Altrhein gepumpt. Es wurde auf Nachfrage bestätigt, dass das Gelände in der Gärtnerei an der Birtener Str., sowie auf der Straße von Ginderich nach Menzelen ohne ständiges Abpumpen, immer unter Wasser ständen. Weiter klärte er darüber auf, wie in den Ortslagen Borth und Büderich, das Wasser über verschiedene Grabenanlagen und Geländevertiefungen in den Rhein gepumpt wird.

 

Auf Nachfrage von W. Fischer, ob Herr Kempken sicherstellen kann, dass das Gelände im linken Rheinbogen in 50 bis 100 Jahren noch frei von Wasser ist, stimmte er zu. Weiter erklärte er sich bereit, bei entsprechenden Veranstaltungen gerne die Bürger persönlich zu informieren. Hierzu ist Herr Maly von der Firma Cavity ebenfalls bereit. Dieses Angebot nahm W. Fischer gerne an, um bei den Bürgern über diesen Weg vertrauensbildende Maßnahmen zu fördern und Verständnis für ihre Situation zu bekommen.

 

Zum Ende des Gesprächsaustausches gab jeder Teilnehmer ein kurzes Resümee ab. Man war einhellig der Meinung, dass man trotz der kontroversen Ausgangssituationen ein gutes Gespräch geführt habe. Um sich auf dem Laufenden zu halten und eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden, wurde der Vorschlag sich zu weiteren Gesprächen zu treffen, von allen begrüßt.

Menzelen. Die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW veranstaltete am vergangenen Donnerstag, 19.05.2016 in der Gaststätte zur deutschen Eiche die zweite Informationsveranstaltung zum Thema Salzbergbau - Abbau und deren Folgen. Gut 70 interessierte Bürger nahmen die Gelegenheit wahr und informierten sich.

Während der gut eineinhalb Stunden dauernden Veranstaltung berichteten Bürger über Schäden an Straßen und Häusern und über die Erfahrungen mit der Cavity.

Bei dieser Veranstaltung waren trotz Einladungen keine Vertreter der Cavity und der Stadt Alpen anwesend.

 

„Es fällt auf, dass z.B. auf der Gindericher Straße in Menzelen immer häufigere Asphaltbrüche auftreten und auch in meinem Haus - sind Risse festzustellen,“ berichtete ein betroffener Bürger. Darüber hinaus laufe das Regenwasser auf der Gindericher Straße vor seinem Haus inzwischen nur noch über einen Gully ab. Ein ganz klarer Indiz für die Senkungen aus dem Salzbergbau.

 

Mehrere Bürger hatten bereits Kontakt mit der Cavity, die nach der erfolgten Schadensmeldung auch recht zügig vorbeischaut und dann Ihre Messbolzen setzt. Unterlagen dieser Einmessungen werden von der Cavity allerdings nur in Einzelfällen bereitgestellt. Während der Aufnahme der Schäden nennt die Cavity dann häufig andere Gründe für die Senkungen und Risse (z.B. eine Grundwasserpumpe im Garten, die Verwurzelung eines Baumes, das angeblich ehemalige Flussbett des Rheins oder aber schlechte Bauweise des Hauses). Für die Cavity ist dann die Sache erledigt und der einzelne Bürger kann dann nur klagen. Allerdings ist ein solcher Klageweg teuer und nicht von jedem Bürger finanzierbar.

 

Gerade deshalb fordert die Bürgerinitiative die Errichtung einer Schlichtungsstelle, wie sie diese bereits im Steinkohlebergbau gibt. Gero Debusmann (Vorsitzender der Schlichtungsstelle Steinkohle NRW) brachte in seiner Rede auf der Feier anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Landesverband Bergbaubetroffener NRW ein klares Statement: „Der Bergbau ist der einzige Bereich, wo mit Recht (dem Bürger) Schaden zugefügt werden kann (darf).“ Hier handelt es sich um „eine Domäne des Schädigers, aber nicht der Geschädigten.“ Und weiter sprach er von einem „erheblichen rechtlichen Nachbesserungsbedarf.“

 

Die Bürgerinitiative, der inzwischen mehr als 800 Mitglieder angehören möchte den Druck auf die Esco & Solvay weiter erhöhen. „In einem Schadenskataster können wir alle Schäden erfassen. Legt man anschließend Karten der Schäden und der Bergbaustollen übereinander, so werden wir vermutlich klare Zusammenhänge feststellen können“, so Michael Brinkhoff (Beirat der Bürgerinitiative und CDU-Ratsmitglied in Wesel).

 

Daher richtet die Bürgerinitiative einen Appell an die Bürger:

Helfen Sie uns und damit auch Ihnen selbst, werden Sie Mitglied und werben Sie für die kostenlose Mitgliedschaft in der Bürgerinitiative.

Melden Sie uns Ihre Schäden, damit wir diese Informationen an die Politik weiterleiten können und somit den Druck auf die Bergbauunternehmen erhöhen können, damit sie der Schlichtungsstelle beitreten.

 

Denn „letzten Endes hinter der Cavity steht eine Solvay, und die Solvay hat im vergangenen Jahr 400 Millionen Euro Gewinn gemacht, und ich glaube da sollte noch genug in der Portokasse sein, um den Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen.“ (Zitat Rene Schneider, Landtagsabgeordneter der SPD und Mitglied des Unterausschusses Bergbausicherheit im Interview der Lokalzeit NRW vom 06.05.2016).

Ginderich. Der Salzbergbau hat auch in Ginderich seine Spuren hinterlassen. Das wurde vor allem während der Starkregenereignisse der letzten Wochen und auf der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW am 23.06. deutlich. „Im Kanalsystem gibt es an manchen Stellen sogar Gegengefälle“, so Michael Brinkhoff. Das führte zu überschwemmten Kellern an den betroffenen Stellen.“

In der Ratsinformation der Stadt Wesel vom 01.06.2016 heißt es zu den Kanalsanierungsplänen:

„In den nächsten Jahren sind verschiedene Kanalsanierungsmaßnahmen im Ortsteil Ginderich durchzuführen. Im Rahmen der vorbereiteten Planungen fand eine nochmalige detaillierte hydraulische Überrechnung des Kanalnetzes statt. Demnach hat sich eine Änderung in der Reihenfolge der herzustellenden Vorflut (Fließweg/-verlauf des Kanalnetzes) ergeben. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Baumaßnahme „Kanalsanierung Schwanenhofstraße“ zwingend vor der „Kanalsanierung Bergacker“ erforderlich ist. Diese beiden Maßnahmen müssen von der zeitlichen Abfolge getauscht werden. Die Baumaßnahme Schwanenhofstraße soll im Jahr 2017 durchgeführt werden.“

Laut Aussage von Michael Brinkhoff sollen die Maßnahmen im Jahre 2020 mit der Birtener Straße abgeschlossen sein.

Nicht nur in Ginderich sind die Kanalsysteme in der Analyse. Auch das von der Bürgerinitiative geforderte Regenwassersammelbecken für Büderich wird derzeit von den Stadtwerken analysiert. Dirk Hetkamp als Vertreter der Stadt Wesel informierte die Bürger über die anstehende Untersuchung, die im Sommer abgeschlossen sein soll: „Sie können sicher sein, wenn wir ein Regenwasserrückhaltebecken brauchen, bekommen wir das auch.“

Auch in Birten sind Probleme durch den Salzbergbau sichtbar. Hermann Janssen (Beiratsmitglied aus Birten) machte die Versammlung darauf aufmerksam, dass das aufsteigende Grundwasser von Menzelen durch die neue dicke Leitung unter der renovierte Straße von Ginderich nach Birten in den Altrhein gepumpt wird.

Da der Altrhein allerdings durch Bodensenkungen des Salzbergwerks abgesackt ist, kann das Wasser nicht mehr zügig in den Rheinstrom ablaufen.

Somit staut sich das Wasser an der Wassermühle in den Birtener Graben zurück nach Winnental und und Veen. Das verursacht neue Probleme.

 

Bürgerinitiative fordert die Aufnahme in die Schiedsstelle der Stein- und Braunkohle

 

„Wir brauchen die unabhängige Schiedsstelle, damit den geschädigten Bürgern zu ihrem Recht verholfen wird. Die ungerechte Behandlung muss aufhören“, äußerte sich Wilhelm Fischer, Vorsitzender der Bürgerinitiative.

Die existierende Schiedsstelle für den Stein- und Braunkohlebergbau soll um den Salzbergbau erweitert werden. Somit hätten alle in NRW betroffenen Bergbaugeschädigten eine gemeinschaftliche Schiedsstelle.

Auch die Stadt Wesel hat sich in bereits einer Resolution für die Errichtung einer Schiedsstelle hinter die Betroffenen gestellt.

„Bei der Steinkohle hat die Errichtung der Schiedsstelle 3 Jahre gedauert,“ berichtete Peter Immekus, unabhängiger Markscheider aus Bergheim.“ Ein größtmöglicher Druck muss dabei von allen Seiten aufgebaut werden.“

Dabei helfen soll das Schadenskataster, welches erstellt wird. So ist geplant, die unterschiedlichen Karten der Schäden, Bergbaustollen sowie Geologie übereinanderzulegen. Daraus lassen sich dann die Zusammenhänge zwischen Salzabbau und Schäden besser darstellen.

Die Bürgerinitiative bittet daher darum: „Überprüfen Sie Ihr Haus auf Schäden. Melden Sie diese der Bürgerinitiative. Welche Arten von Schäden es geben kann, zeigen wir auf unserer Homepage: http://www.salzbergbaugeschaedigte.de). Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“

Hanns-Jörg Rohwedder, umweltpolitischer Sprecher der Piraten im Landtag ergänzte: „Wir fordern die Abschaffung des Bergrechts. Das heute geltende Bergrecht steht in einer Tradition intransparenter, undemokratischer, obrigkeitsstaatlicher und autoritärer Gesetzgebungen. Die nötigen das Bergrecht ersetzenden Neuregelungen sollen in ein neu zu schaffendes Bundesumweltgesetzbuch aufgenommen werden.“

 

Die nächste und vorerst letzte Informationsveranstaltung in den Ortschaften findet am Donnerstag, 21.07.2016 um 19:30 Uhr in der Schützenhalle in Xanten-Birten statt. Vor allem die Bürger Birtens sind hierzu herzlich eingeladen.

 

  

Unsere Stellungnahme zu den Cavity News 1/2016:

 

Woher hat Herr Maly die Informationen von unserer großen Versammlung im November. Er selber war zwar eingeladen, aber nicht gekommen. Er hat gekniffen und wohl einen anonymen Vertreter entsendet, weil er sich vermutlich den Fragen und Vorwürfen der Versammlungsteilnehmer nicht stellen wollte. Wir wissen von den Landtagsabgeordneten Frau Zentis (Grüne) und Herrn Schneider (SPD), dass Herr Maly nur selten zu eingeladenen Besprechungen/Veranstaltungen  des Arbeitskreises Bergbausicherheit im Landtag erschienen ist. Er kommt lieber unangemeldet wie z.B. zur Kreisbauernschaft nach Wesel.

 

Es ist richtig, bei Salzbergbausenkungen sind die Auswirkungen großflächig. Sie fallen im Gegenteil zum Kohlebergbau visuell kaum auf. Aber von den Endpunkten der Salzabbaukammern bilden sich Risse im untertägigen Gebirge bis zur Tagesoberfläche. In diesen Bereichen treten die meisten Schäden an Gebäuden (aktuell an der kath. Kirche St. Peter in Büderich), Straßen, Kanälen, Deichen etc. auf.

 

Herr Maly meint, nur ein paar wenige Leute wollen eine Schiedsstelle. Hier irrt er gewaltig und wird sich wundern, hunderte oder gar einige tausend Bewohner aus dem linksrheinischen Abbaugebiet Rheinberg-Wesel-Xanten werden eine Schiedsstelle fordern.

 

Die bei der Versammlung in Büderich genannten  Fälle hat ein Gerichtsurteil bzw. ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger eindeutig festgestellt, dass die Schäden nicht auf bergbaubedingte Bodenbewegungen zurückzuführen sind. Die von den Geschädigten bestellten öffentlichen und vereidigten Sachverständigen haben aber eindeutig den untertägigen Salzabbau und daraus resultierende Bodenbewegungen als Ursache für die Gebäudeschäden benannt.

Der vom Gericht eingesetzte Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass es sein kann, dass die Schäden auf bergbaubedingte Ursachen zurückzuführen sind, aber sicher sei dieses nicht. Damit war der Prozess für den Geschädigten verloren.

 

Bei Verhandlung vor einer Schiedsstelle hätte es sehr wahrscheinlich einen günstigeren Urteilsspruch für den Geschädigten gegeben!  Und das will Cavity (Solvay) nicht!

Bei bergbaubedingten Schäden an öffentlichen Einrichtungen werden die Schäden von Cavity korrekt erledigt. Bei privaten Salzbergbauschäden hingegen wird um jeden Euro seitens Cavity gefeilscht. Da ist es kein Wunder, dass die Statistik von Cavity in den letzten 25 Jahren bei 600 Fällen 99 % einvernehmliche Lösungen aufweist, die allerdings im Sinne von Cavity und nicht im Sinne des Geschädigten erzielt wurde.

Das Bundesberggesetz (BBG) vom 13.August 1980 regelt im Dritten Kapitel im Ersten und Zweiten Abschnitt §§ 110 bis 121 Anpassung und Haftung für Bergschäden. 

Während nach bisherigem Recht – entsprechend einem allgemeinen Rechtsgrundsatz – der Grundeigentümer nachweisen musste, dass es sich um einen Bergschaden handelt, muss nunmehr in einem solchen Fall der Bergbautreibende den Nachweis führen, dass kein Bergschaden vorliegt.

Ersatzberechtigte können in den meisten Fällen Rechtsanwälte und Gutachter für notwendige Prozessführung nicht bezahlen.

 

Aus diesem Grunde wurde für den Kohlebergbau mit Zustimmung der Kohlebergbauunternehmer eine Schiedsstelle eingerichtet. Hier wird den Ersatzberechtigten kostenfreie Rechtsanwalt- und Gutachterleistungen gewährt. Eine demokratische und faire Sache!

 

Die  Salzbergbauunternehmen – in unserem Fall Cavity (Solvay) und ESCO - jedoch verweigern ihre Zustimmung zur Einrichtung einer Schiedsstelle für den Salzbergbau! Das ist eine Haltung die aus Zeiten der politischen Diktatur stammt. In der heutigen Demokratie dürfte so eine Verweigerungshaltung nicht möglich sein!

Um eine Novellierung des Bundesberggesetztes in dieser Sache zu erreichen werden wir  mit den für uns zuständigen Bundestagsabgeordneten Kontakt aufnehmen. 

 

Deswegen noch einmal der Aufruf an die Bewohner des Salzabbaugebietes im linken Rheinbogen von Wesel mit Büderich und Ginderich, Rheinberg mit Borth und Wallach, Alpen mit Menzelen, Xanten mit Birten:

 

Werden Sie Mitglied in der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW. Alle erwachsenen Mitglieder sollten sich in die Mitgliederlisten eintragen. Jeder Kopf zählt! Die Mitgliedschaft ist kostenfrei!