Erstes offizielles Gespräch mit Cavity, Esco, Solvay und Lineg

 

Am 15.12.2016 fand das erste offizielle Gesprächs zwischen Vertretern des Bergbaubetreibers (Solvay, Cavity, Esco - vertreten durch Frau Bräunig, Frau Dinter, Herrn Maly), der Lineg (Herr Kempken), sowie der Bürgerinitiative (Herr Fischer, Herr Skeide, Herr Brinkhoff - sowie Markscheider Immekus) in Ginderich statt.

Ein kurzer Überblick über die Gesprächsinhalte:

In dem Gespräch wurden die Gebäudeschäden und die einseitige Schadensabwicklung durch die Cavity kritisiert. Eine Schiedsstelle, wie aus dem Kohlebergbau, würde hier Abhilfe schaffen.

Laut Aussage von Cavity würden ca. 40 neue Schadensfälle pro Jahr gemeldet werden. Wenn sich der Bürger nach einem Schaden nach 2-3 Jahren nicht meldet, wird die Bearbeitung des Schadensfall von Herrn Maly eingestellt.

Bei der Einsichtnahme in die Abbaukarten bei der Bezirksregierung in Arnsberg sind Ungereimtheiten festgestellt worden.

Es wurden Informationen zum Abbau unter der Bislicher Insel, sowie von der Lineg über deren Tätigkeiten gegeben.

Einen ausführlichen Bericht über das Gespräch finden Sie hier.

 

Gesprächsaustausch mit dem Kreisvorstand der FDP

Der Kreisvorstand der FDP und der Vorstand der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigte haben sich zu einer gemeinsamen Sitzung in Wesel getroffen und über die Senkungen infolge des Salzabbaus am linken Niederrhein von bis zu 5-7 Metern und die dadurch verursachten Hochwassergefahren gesprochen.

Außerdem wurden die Gebäudeschäden durch die abbaubedingten Bodenbewegungen thematisiert. In diesem Zusammenhang erklärte Fischer, die Behauptung der Cavity GmbH sei falsch, dass 90% der Schäden durch Cavity reguliert würden.

Eine Vielzahl von bergbaugeschädigten Immobilieneigentümer würde mit der Behauptung abgewiesen, es handele sich um Baumängel. Man war sich einig, dass der Abbau von Bodenschätzen erforderlich sein, allerdings müsse Cavity aber für die Schäden an Immobilien Ersatz leisten. Der Vorsitzende der FDP im Kreis Wesel Michael Terwiesche forderte den Geschäftsführer der Cavity GmbH, Reinhard Maly, auf, endlich der Schlichtungsstelle Bergbau beizutreten. Mitglieder dieser vom Wirtschaftsministerium NRW eingerichteten Schlichtungsstelle seien RAG und RWE für die Stein- bzw. die Braunkohle. Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass das Bergbauunternehmen Cavity sich seiner Verantwortung für die Region entzieht und eine Mitgliedschaft ablehnt. Der Unwille von Cavity, der Schlichtungsstelle beizutreten, belege, dass Cavity für die Immobilienschäden verantwortlich sei und Schadensersatzzahlungen befürchte, so Terwiesche. „Wenn die permanente Behauptung von Herrn Maly richtig ist, dass der Salzabbau keine Bergschäden verursacht, kann Cavity der Schlichtung beitreten. Dann müsste sich durch Gutachten die Richtigkeit dieser Behauptung ja beweisen lassen.“

Der Vorsitzende der FDP/VWG-Kreistagsfraktion Heinz Dams hat in der letzten Sitzung des Kreisausschusses auf die salzbergbaubetroffenen Kommunen Alpen, Rheinberg, Wesel und Xanten verwiesen. Weiterhin habe Dams darauf hingewirkt, dass neben der LINEG und der Emschergenossenschaft auch die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten bei der Erstellung des Konzepts zum Hochwasserschutz beteiligt werde. Dies wurde vom Kreisausschuss einstimmig verabschiedet und ging zur endgültigen Abstimmung in den Kreistag am 15.12.2016.

Über das Ergebnis der Abstimmung haben wir bisher noch keine Informationen.

 

Informationen von Sabine Weiss (CDU / MdB)

Die Frage der Verjährungsfrist liegt im Kompetenzbereich des Bundes. Frau Weiss habe diesbezüglich Gespräche geführt, u.a. mit der rechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion. In der Sache müsse wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen werden muss, dass die Schäden im Salzbergbau sich erst nach mehr als 30 Jahren manifestieren. Erst wenn dies zweifelsfrei wissenschaftlich erwiesen ist, kann eine Änderung der mittlerweile seit mehr als 100 Jahren bestehenden Verjährungsfrist geprüft werden. Hier besteht noch Klärungsbedarf, bzw. müssten noch weitere wissenschaftliche Studien erstellt werden.

In der Sache werden wir weiter am Ball bleiben.

 

Rücktritt von Hermann Norff als Beiratsmitglied

Aus persönlichen Gründen hat uns Hermann Norff darum gebeten, sein Amt als Beiratsmitglied niederlegen zu dürfen. Wir bedauern seine Entscheidung und bedanken uns für seine stets gute Mitarbeit und Beratung. Wir hoffen, dass wir trotzdem weiterhin auf seine Erfahrungen und Kenntnisse zurückgreifen dürfen.

 

Anstehende Aktivitäten

Folgende Termine wurden vereinbart:

10.01.2017: Gespräch mit der Bürgermeisterin der Stadt Wesel und den Stadtwerken Wesel

Wichtiger Termin für alle Mitglieder:

Unsere Jahreshauptversammlung:
Donnerstag, den 12.01.2017 um 19:30 Uhr im Saal van Gelder, Büderich

Gespräche mit Landtagsabgeordneten


In diesem Monat haben wir erneut mit Landtagsabgeordneten Gespräche geführt und werden diese mit Abgeordneten der anderen Fraktionen im kommenden Monat fortsetzen.

In getrennten Gesprächen mit Gudrun Zentris (Grüne) bzw. Josef Hovenjürgen/Josef Wirtz (CDU) traf sich die Bürgerinitiative, um den aktuellen Stand der Arbeit der BI, die besonderen Gegebenheiten beim Salzbergbau, sowie unsere Forderungen im Austausch darzulegen.

 

Den Politikern wurden die Probleme im Bereich des Salzbergbaus verdeutlicht:
Kernproblem ist die Absenkung des gesamten linken Rheinbogens bis zu 4,5 m an der tiefsten Stelle. Die Bergruhe im Salzbergbau ist aber erst in 100 Jahren erreicht, so dass weitere Absenkungen unvermeidbar sind. Der Grundwasserpegel muss deshalb dauerhaft großflächig abgesenkt werden (Ewigkeitspumpen), um den Mindestflurabstand („trockene Keller“) zu gewährleisten. Bei Starkregen besteht die Gefahr, dass trichterförmige Senken im Gelände volllaufen. Für diese Risikogebiete ist kein natürlicher Abfluss gegeben. Eine dadurch bedingte lang andauernde Staunässe in den überfluteten Flächen führt zu neuen Problemen.

 

Angesprochen wurde auch die Situation im Bereich des Winnenthaler Kanal. Ausgangspunkt ist folgende (Ausnahme-) Situation. Starkregen und Hochwasser treffen zusammen und die elektrische Versorgung der Hochwasserpumpanlage (PAHV) Winnenthaler Kanal fällt mehrere Tage aus. Die Bislicher Insel ist vorrangig Naturschutzgebiet und nur begrenzt Retentionsfläche. Größere Wassermassen würden dann weite Teile im Xantener Bereich überfluten. Die Deichhöhen müssen zwingend durchgängig an die zu erwartenden Absenkungen angepasst werden.

 

Eine Kernforderung unserer BI ist vor allem die zeitnahe Einrichtung einer Schlichtungsstelle. Im kommenden Monat sollen weitere Gespräche mit der SPD und der FDP erfolgen.

Am morgigen Freitag, 30.09. findet die nächste Unterausschußsitzung im Landtag NRW statt. Unter anderem werden dort auch die folgenden Themen behandelt:
Aktuelle und prognostizierte bergbaubedingte Bodensenkungen am Niederrhein (Rheinberg - Wesel)
Arbeit der Schlichtungsstellen für Bergbaugeschädigte in NRW (mit der Frage: Wie werden die Bestrebungen zur Einbindung der Salzbergbaugeschädigten in die Schlichtungsstelle Steinkohlebergbau bewertet?

 

21.000 Senken in Büderich und Ginderich

Wie bereits berichtet, wurde für Büderich in den vergangenen Monaten eine Kanalüberprüfung durchgeführt. Die Stadtwerke Wesel haben eine topographische Analyse erstellt, um Fließwege und Senken in Büderich und Ginderich zu ermitteln. Das Ergebnis ist beunruhigend und hat die Weseler Politik zum Nachdenken veranlasst. Allerdings werden wir hier am Ball bleiben, da uns Willensbekundungen nicht ausreichen. Ein Gespräch mit der Bürgermeisterin der Stadt Wesel, Frau Westkamp, ist für den 02.11.2016 terminiert. Die Kanalsysteme sind grundsätzlich nicht für Starkregenereignisse ausgelegt. Sie sind bereits überdimensioniert, jedoch steht eine weitere Vergrößerung der Kanäle steht nicht zur Debatte, da diese dann zu groß wären und die Gefahr bestünde, dass Sie trockenfallen.

 

Das folgende Schaubild stellt dar, wie die Flächen in Büderich entwässern. Je dunkler die Fließwege eingefärbt sind, desto mehr Fläche entwässert auf diesem Wege. Darüberhinaus sind die Senken dargestellt.


Quelle: Ratsinfo_Stadt_Wesel

Weitere Informationen können Sie auf unserer Homepage erhalten, auf der auch ein Link zu den Ergebnissen enthalten ist.

 

Bekannte Schäden durch den Salzbergbau (Kataster)


In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder darum gebeten, uns die Schäden an Gebäuden und auch an Straßen zu melden. Daher richten wir nochmals unseren Appell an Sie. Melden Sie uns Ihren Schaden. Wenn Sie das Schadensformular auf unserer Homepage nicht ausfüllen möchten, schreiben Sie einfach eine email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Wenn wir keine Einverständniserklärung von Ihnen vorliegen haben, dass wir Ihren Schaden auch in einer detaillierten Karte eintragen dürfen, so werden wir ihn lediglich auf einer Übersichtskarte (Orte) mit aufnehmen. Das hilft uns aber schon gewaltig weiter, da wir dieses als Dokument gegenüber der Bergbaubehörde und auch der Landesregierung verwenden können.

Vielen Dank im Voraus!

 

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Kurzübersicht über unsere heutigen Themen:

 

Informationsveranstaltung in Birten


Gut 100 interessierte Bürger nahmen die Einladung der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW an und informierten sich über die Schäden, die durch den Salzbergbau am Niederrhein entstanden sind und noch entstehen werden.

Hermann Janßen, langjähriger CDU-Ratsherr in Xanten und Beiratsmitglied der Bürgerinitiative, berichtete von den Auswirkungen des Starkregens der vergangenen Monate in Birten. Keller liefen voll und auch das Schützenhaus, in dem die Versammlung stattfand, stand unter Wasser. Die Senkungen aus dem Salzbergbau haben dabei einen entscheidenden Einfluss. „Diese Senkungstrichter laufen bei einem Starkregenereignis voll und Häuser könnten dann bis zur 1 Etage im Wasser stehen. Die Kanäle schaffen es nicht, diese Wassermassen zu entfernen. Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass sofort gepumpt wird, wenn ein solches Ereignis eintritt.“
Hinzu komme die Problematik, dass es inzwischen ein Gefälle zwischen Altrhein und Rheinstrom gibt, das dazu führt, dass das zum Altrhein gepumpte Wasser nicht in den Rhein ablaufe, sondern sich stattdessen in den Winnenthaler Kanal zurück drückt.
Es gäbe darüber hinaus in der Landwirtschaft immer größere Probleme mit Weideflächen, die monatelang unter Wasser stehen.

Markus Skeide, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative gab einen kurzen Überblick über die Aktivitäten der vergangenen Monate. Er rief alle Bürger auf, ihre Schäden der Cavity und der Bürgerinitiative zu melden. Ein Schadenskataster, welches momentan erstellt werde, soll auf die Abbaukarten und geologischen Karten gelegt werden. Es werde dann sehr schnell deutlich werden, dass der Salzbergbau ursächlich dafür verantwortlich sei.

Ihren Schaden können Sie uns auf unserer Homepage mitteilen
: Schadensmeldung

Darüber hinaus erarbeiten wir momentan ein Merkblatt, welches Ihnen Informationen zur Schadensbearbeitung geben soll. Worauf müssen Sie achten? An wen können Sie sich wenden?
Dieses Merkblatt werden wir im kommenden Monat bereitstellen.


Deichsanierung zwischen Büderich und Wallach im Jahre 2018


Die Maßnahme ist erforderlich, da der bestehende Deich hinsichtlich der Lagerungsdichte,  Deichhöhe  und  Deichgeometrie  nicht  den  heutigen  sicherheitstechnischen Anforderungen  entspricht.  Die  Kronenhöhe  ist  nicht ausreichend.  Es  sind  Bergsenkungen durch den untertägigen Salzabbau eingetreten und weitere werden zukünftig erwartet.

Die momentanen Planungen laufen und es soll im Frühjahr 2018 mit der Sanierung des Rheindeichs begonnen werden.
Auf einer Länge von etwa 4,5 Kilometern ab den Elvericher Höfen bis nach Wallach wird der Deich erhöht.

Da wir es hier mit einem Bergbausenkungsgebiet zu tun haben, wird dieses Bauvorhaben mit einer Priorität durch die Bezirksregierung in Düsseldorf verfolgt.

Der Deich wird nach der erfolgten Sanierung höher sein, da die maximale Absenkung durch den Salzbergbau bereits eingerechnet ist. Die  Linienführung  der  neuen  Hochwasserschutzanlage folgt  der  des  vorhandenen Deichs.

Nach dieser Maßnahme, die bis 2020 abgeschlossen sein soll, müssen außerdem ab der Pumpstation in Birten noch ungefähr 1,5 Kilometer rheinferner Deich erhöht werden.


Einladung durch den CDU-Stadtverband Xanten


Auf der Informationsveranstaltung in Birten wurde die Bürgerinitiative von Tanko Scholten (CDU-Ortsverbandsvorsitzender Wardt) zu Gesprächen in den CDU Stadtverband nach Xanten einladen. Die Bürgerinitiative nahm diese Einladung gerne an.
Einen Termin gibt es allerdings momentan noch nicht.


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Ein Blick auf andere Bürgerinitiven

 

aktuelle Themen

Der Monat August stand auch bei der Bürgerinitiative ganz im Zeichen des Urlaubs, so dass wir in diesem Monat nicht sehr viel berichten können. Trotzdem möchten wir diesen Newsletter nutzen, um Sie über eine interessante Veranstaltung einer anderen Bürgerinitiative aus Wassenberg zu informieren.

Leider haben wir es nicht geschafft, das angekündigte Merkblatt fertigzustellen, auf dem wir wichtige Hinweise zur Schadensbegutachtung durch die Cavity/Esco auflisten wollten. Wir versuchen, dieses Merkblatt in Kürze fertigzustellen.

 
Neues aus dem Bereich der Schlichtungsstelle


Interessante Informationsveranstaltung „Neues aus dem Bereich der Schlichtungsstelle“
 
Vertreter unserer Bürgerinitiative nahmen die Einladung des Vereins Bürger gegen Bergschäden e.V. aus Wassenberg an und informierten sich in der vergangenen Woche über die Arbeit der Schlichtungsstelle Bergschäden. Ziel unserer Bürgerinitiative ist es, dass Solvay und Esco dieser Schlichtungsstelle beitreten.

Gero Debusmann, Vorsitzender der Schlichtungsstelle und ehemaliger Präsident des Oberlandesgerichtes in Hamm berichtete über die Arbeit der Schlichtungsstelle seit deren Gründung vor 7 Jahren. Die Schlichtungsstelle wurde gegründet, da die Situation der Geschädigten „sehr unbefriedigend“ war. Der gesamte Bereich des Bergschadensrechts ist ein ziemlich unreguliertes Gebiet. Es gibt große Lebensbereiche, denkt man an die Banken bzw. an die Versicherungswirtschaft, die von der Rechtsprechung, vor allem in der vergangenen Zeit, zunehmend reguliert werden. Eine solche regulierende Instanz gibt es im Bergbau nicht - dieses ist nur sehr rudimentär geschehen.

Gerade daraus begründet hat sich eine Situation entwickelt, die es in fast keinem anderen Lebensbereich gibt. „Der Bergbau ist der einzigste Bereich, in dem Kraft Gesetzes - und so sieht es das Berggesetz vor - mit Recht, anderen Leuten Schaden zugefügt werden kann. Das gibt es sonst nirgendwo.“, so Gero Debusmann. Aus diesem Grund hat die Schlichtungsstelle eine besondere Funktion. Sie versucht auszugleichen, was die Justiz nicht leisten kann, weil sie nicht angerufen wird.

Eine Klage gegen die Bergbauunternehmen ist teuer. Die Prozesse sind nicht rechtsschutzversichert und somit für die meisten Bürger nicht finanzierbar. Neben den Anwaltskosten beider Seiten, muss der Kläger auch sämtliche Gutachten vorfinanzieren. Gewinnt er dann in der 1. Instanz, muss dieses dann auch in einer möglicherweise 2. Instanz vorfinanziert werden. Im Gegensatz dazu sitzt einer Schlichtung sitzt man „auf Augenhöhe an einem runden Tisch“ zusammen. Dabei haben Argument und Gegenargument das gleiche Gewicht und die unabhängige Kommission kann entscheiden. Bei einer Schlichtung wird die Sachverhaltsaufklärung durch den Bergbau bezahlt.

Gero Debusmann wies auf die gültigen Verjährungsfristen hin, die zu beachten sind:
Nach §199 Bergrecht gilt die Verjährung 3 Jahre nach Kenntnis, 10 Jahre ab Entstehen des Schadens und 30 Jahre von der Verursachung, sprich dem Abbau unter der Erde.

Erschütterungsschäden

Ein interessanten Punkt gerade für die momentanen Abbaugebiete unterhalb Xanten-Beeks und Birten wurden ebenfalls angesprochen:

Erschütterungsschäden fallen nicht unter § 120 Bundesberggesetz, also nicht unter die Bergschadensvermutung. In diesem Fall muss der Geschädigte die volle Last für den Beweis und der Darlegung seines Anspruchs vor der Schlichtungsstelle tätigen. Das ist in der Praxis der Schlichtungsverfahren für viele Betroffene eine kaum tragbare Last. Es ist fast ausgeschlossen, dieser Darlegungs- und Beweislast Herr zu werden. Häufig wird von den Bergbaubetreibern zugegeben, dass es Erschütterungen gegeben hat, allerdings lägen diese dann unterhalb der Grenzen für Gebäudeschädlichkeit. Damit fängt das Problem an, was heißt Gebäudeschädlichkeit? Es gibt DIN-Vorschriften, die dieses beinhalten, doch zumeist ist dieses nur Sachverständigen verständlich.

Das Problem dabei ist, das diese DIN-Vorschrift überhaupt nicht für Gebäudeschäden aus dem Bergbau gedacht ist. Sie ist aus Erfahrungen aus dem Tiefbau gewonnen worden. Darüber hinaus kommt dazu, dass es kein ausreichendes Datennetz gibt, welches die Erschütterungen misst. Bei der Beurteilung der Stärke wird ein Kreis um den nächstgelegenen Messpunkt gezogen und zurückgerechnet, so dass es dadurch keinerlei verlässliche Rückschlüsse auf den Ort der Erschütterungen gibt. Geologische Begebenheiten, die es zwischen den Messpunkten und der Schadensstelle gibt, bleiben unberücksichtigt. Die Hinzuziehung eines Sachverständigen bringt dann auch keine Verbesserung, da dieser auf die Daten angewiesen ist.


Wichtige Begriffe aus dem Bergrecht und der Schadensbearbeitung

Einwirkungsbereich

Der Einwirkungsbereich bezeichnet die Planungsprognose bei Beginn des Abbaus. Es wird dargestellt, bis zu welcher Grenze Bergschäden zu erwarten sind. Die Grenze liegt laut Gesetz bei einer Absenkung von 10cm.
Da es sich dabei um einen Blick in die Zukunft handelt, liegt das Problem darin, dass dieser definierte Einwirkungsbereich bisher nur sehr selten gegen geprüft wurde. Innerhalb des Einwirkungsbereiches trägt der Bergbau die Beweislast gegen einen vermeintlichen Bergschaden.

Bergruhe

Bergruhe lässt sich definieren als Zustand, in dem an der Erdoberfläche keine weiteren Senkungen mehr messbar sind. Im Kohlebergbau spricht man hier von ca. 30 Jahren, im Salzbergbau von bis zu 200 Jahren.

Rissbücher

In sogenannten Rissbüchern werden Auffälligkeiten an der Erdoberfläche verzeichnet. Allerdings werden Rissbücher zumeist 2 Jahre nach Abbauende eingestellt, welches ein Problem darstellt.


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Newsletter Juni 2016
Ein erster Erfolg

 

Änderungsantrag verpflichtet ehemalige Bergbauunternehmen zur Regulierung bei Ewigkeitskosten
 
Unsere Aktivitäten haben dabei einen entscheidenden Beitrag geleistet. In den Gesprächen im Landtag Anfang des Jahres haben wir auf die Grundwasser-Problematik hingewiesen. Wir haben es mit einem Mehrgenerationenproblem zu tun. Wer stellt sicher, dass weiterhin das Grundwasser von der LINEG (linksrheinische Entwässerungs-Genossenschaft) abgepumpt und kanalisiert wird, wenn die Cavity plötzlich in die Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit gelangen sollte?
 
Im Landtag in Düsseldorf wurde durch einen Änderungsantrag der rot-grünen Regierungskoalition zum Landeswassergesetz jetzt sichergestellt, dass sich Unternehmen, wie die Solvay, an den Ewigkeitskosten für die Wasserregulierung beteiligen müssen, wenn sie ihre ehemaligen Bergbauaktivitäten auf Tochterunternehmen verlagert haben. Im Falle der Solvay fungiert die Cavity als 100-prozentige Solvay-Tochter als Schadensregulierer für die Schäden an Häusern und übernimmt die Kosten, die durch das Abpumpen des Grundwassers entstehen.
 
Es gibt "somit kein Schlupfloch mehr bei den Ewigkeitskosten", so Norbert Meesters. "Damit ist künftig sichergestellt, dass sich die vor Ort zuständige LINEG direkt an die Solvay wenden kann, sollte die Cavity aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in der Lage sein, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen."

Wir weisen allerdings darauf hin, dass wir über ein jahrhundertelanges Problem reden und schlagen die Gründung einer Stiftung vor, die für die Ewigkeitskosten eintritt. Eine solche Stiftung gibt es zum Beispiel bei der Ruhrkohle AG (ab 2019 tritt sie bei der Steinkohle für die Ewigkeitslasten ein).

Aufnahme der BI in den Landesverband Bergbaubetroffener NRW (LVBB)

Der Landesverband ist ein Dachverband vieler Bürgerinititativen, die die Interessen der vom Steinkohlen-, Braunkohlen- und jetzt auch Salzbergbau betroffenen Bürgerinnen und Bürger vertreten.

Der LVBB wurde im Jahre 2006 gegründet, um den Bergbaubetroffenen in Nordrhein-Westfalen ein einheitliches Sprachrohr für ihre legitimen Interessen zu bieten. Der LVBB initiiert Lösungen zum Wohle der Umwelt, der Gesellschaft und der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Durch die Initiative des Landesverbandes wurden Schlichtungsstellen für Stein– und Braunkohle eingerichtet. Dort wird von neutraler Seite versucht, den Bürgerinnen und Bürgern unbürokratisch und ohne finanzielles Risiko zu ihrem Recht zu verhelfen.

Seit dem 8. Juni 2016 sind wir nun ebenfalls Mitglied im LVBB. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Dringend notwendige Kanalsanierungen in Ginderich starten in 2017
 
Der Salzbergbau hat auch in Ginderich seine Spuren hinterlassen. Das wurde vor allem während der Starkregenereignisse der letzten Wochen und auf der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW am 23.06. deutlich. „Im Kanalsystem gibt es an manchen Stellen sogar Gegengefälle“, so Michael Brinkhoff. Das führte zu überschwemmten Kellern an den betroffenen Stellen.

In der Ratsinformation der Stadt Wesel vom 01.06.2016 heißt es zu den Kanalsanierungsplänen:
„In den nächsten Jahren sind verschiedene Kanalsanierungsmaßnahmen im Ortsteil Ginderich durchzuführen. Im Rahmen der vorbereiteten Planungen fand eine nochmalige detaillierte hydraulische Überrechnung des Kanalnetzes statt. Demnach hat sich eine Änderung in der Reihenfolge der herzustellenden Vorflut (Fließweg/-verlauf des Kanalnetzes) ergeben. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Baumaßnahme „Kanalsanierung Schwanenhofstraße“ zwingend vor der „Kanalsanierung Bergacker“ erforderlich ist. Diese beiden Maßnahmen müssen von der zeitlichen Abfolge getauscht werden. Die Baumaßnahme Schwanenhofstraße soll im Jahr 2017 durchgeführt werden.“

Laut Aussage von Michael Brinkhoff sollen die Maßnahmen im Jahre 2020 mit der Birtener Straße abgeschlossen sein.

Errichtung eines Regenwasserrückhaltebeckens in Büderich wird analysiert

Nicht nur in Ginderich sind die Kanalsysteme in der Analyse. Auch das von der Bürgerinitiative geforderte Regenwassersammelbecken für Büderich wird derzeit von den Stadtwerken analysiert. Dirk Hetkamp als Vertreter der Stadt Wesel informierte die Bürger während der Informationsveranstaltung über die anstehende Untersuchung durch die Stadtwerke Wesel die im Sommer abgeschlossen sein soll: „Sie können sicher sein, wenn wir ein Regenwasserrückhaltebecken brauchen, bekommen wir das auch.“

Weitere Informationen zur Versammlung in Ginderich finden sie im Bericht des Lokalkompass.

Die nächste und vorerst letzte Informationsveranstaltung in den Ortschaften findet am Donnerstag, 21.07.2016 in der Schützenhalle in Xanten-Birten statt.

Wir benötigen weiterhin Ihre Unterstützung:

Wir freuen uns darüber, dass mehr als 800 Mitglieder der Bürgerinitiative beigetreten sind. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin, in dem Sie im Verwandten- und Freundeskreis für die Mitgliedschaft in unserer BI der Salzbergbaugeschädigten NRW werben.

Wir brauchen jedes Mitglied, um eine "eindrucksvolle" Mitgliederanzahl vorweisen zu können, nur so können wir unsere Forderungen erfolgreich einfordern und umsetzen.

Leiten Sie diesen Newsletter doch einfach an Bekannte und Freunde weiter.
Mitglied werden ist dabei ganz einfach: Direkt über die Homepage können Sie die Mitgliedschaft erwerben. Danke!

Wir bitten nochmals darum, vorhandene Schäden, die möglicherweise auf den Salzabbau zurückzuführen sind, aber auch Schäden, die Cavity bereits gemeldet wurden, in das Schadensformular auf der Homepage der Bürgerinitiative einzutragen.
Sie ermöglichen uns damit, das Schadenskataster zu erstellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!