Planfeststellungsverfahren der LINEG


Die Einwendungsfrist für das Planfeststellungsverfahren läuft in den nächsten Tagen ab. Die Bürger hatten bis zwei Wochen nach Offenlegung (16.01.-17.02.2017) die Möglichkeit, ihre Einwdnungen an den Kreis Wesel zu senden.
Falls Sie dieses noch nicht geschafft haben sollten, müssen Sie sich sputen und möglichst persönlich die Einwendung beim Kreis einreichen.

In der Presse wurde in den letzten Wochen viel über den Inhalt und die Bedenken zum Planfeststellungsverfahren berichtet. Auf unserer Homepage finden Sie Informationen zum Planfeststellungsverfahren und eine Hilfestellung für eine persönliche Einwendung.

Am 01.03.2017 ab 16:30 Uhr findet u.a. zum Planfeststellungsverfahren im Rathaus in Wesel eine öffentliche Sitzung statt: http://ratsinfo.wesel.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=3904.

 
Gespräch mit der LINEG

 
Am 01.02.2017 traf sich die Bürgerinitiative mit Vertretern der LINEG (Hr. Dr. Kühn und Hr. Kempkes), um sich über die Themen Grundwasserhaltung/Flurabstand, Starkregen/Extremniederschläge und Deichbruch/Deichüberflutung zu informieren.

Wir möchten Ihnen nachfolgend einige Informationen über dieses Gespräch mitteilen:

Grundwasserhaltung/Flurabstand:

Die LINEG wird auch in Zukunft ihren Auftrag erfüllen und Auswirkungen auf den Flurabstand, die bedingt sind durch Senkungen im Bereich des Salzbergbaues, ausgleichen. Sie wies darauf hin, dass die Aufgabe der Planungen nicht sei, die bestehende Situation zu verschlechtern, sondern Lösungen zu finden, die eine optimale Wasserhaltung unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten langfristig gewährleistet. Dabei habe die Entwässerung Vorrang vor ökologischen Gesichtspunkten.

Bei den Planungen werden bevorzugt Maßnahmen untersucht, die es ermöglichen, Grund- und Oberflächenwasser über weite Zeiten eines Jahres mit natürlichem Gefälle abzuleiten. Im Bereich Salzbergbau sind neue Pumpanlagen erforderlich, um langfristig eine Vernässung in bestimmten Gebieten zu verhindern (z. B. Borth 2017).
Bei den geplanten Maßnahmen werden die Zustände für die prognostizierten Endsenkungen berücksichtigt.

Bei der Einhaltung der Flurabstände gelte jedoch folgendes zu beachten:
Die Basis sind die Flurabstände vor Beginn des Salzbergbaus (z. B. in Büderich vor 1926), d.h. wenn z.B. der Flurabstand vor 1926 in Büderich 3,00 m war, wird dieser Flurabstand durch die LINEG den Bürgern garantiert. War der Flurabstand nur 1,50 m, so wird auch nur dieser Wert garantiert.

Für Bauherren, die nach Beginn des Salzabbaus ein Gebäude errichtet haben, gilt folgende Regelung:
Der Bauherr war/ist verpflichtet, eine Bauanfrage z. B. an die LINEG zu richten, um Auskunft über den höchsten Grundwasserstand (z. B. in Büderich vor 1926) bzw. den in Zukunft zu erwartenden Höchstständen zu erhalten.
Wurde keine Auskunft eingeholt bzw. der Keller tiefer gebaut, als nach den Auskünften zulässig, trägt der Eigentümer beim Eintreten des prognostizierten bzw. ursprünglich vorhandenen Flurabstandes die Risiken bei einer Überflutung.

Starkregen/Extremniederschläge:

Da der Salzbergbau nicht der Verursacher für Starkregen ist, könne die LINEG deshalb nicht, bzw.  nur eingeschränkt für die Entwässerung dieser Wassermassen zuständig sein. Die Flurabstände können bei solchen Extremereignissen nicht garantiert werden.
Bei Starkregen kommen die Wassermassen oft nicht schnell genug zu den Vorflutern. Die Vorfluter wurden bzw. werden ausgebaut (z. B. „Schwarzer Graben“), um größere Wassermengen in Zukunft aufnehmen zu können. In Büderich ist ein „Pufferbecken“ für Starkregenfälle geplant.
Dabei ist zu beachten, dass (kommunale) Kanäle aus wirtschaftlichen Gründen nicht für Extremfälle ausgelegt werden können.
Mit Hilfe von LINEG erstellten Längsschnitten des Geländes und den von der Stadt Wesel in Auftrag gegebenen Gutachten (wir berichteten) können Abflussbereiche für die Wassermassen ermittelt werden, um damit u.a. die Folgen bei Starkregen zu mildern.

Deichbruch / Deichüberflutung

Für diesen Fall sind die Anlagen der LINEG nicht ausgelegt und auch nicht auslegbar.
Die in kurzer Zeit einströmenden Wassermassen übersteigen um den Faktor > 1000 die Kapazität der Pumpen und des vorhandenen Leitungssystems.

Zum Thema Deichbruch möchten wir auf eine interessante Homepage unseres Beiratsmitglieds Hans-Peter Feldmann hinweisen. Dort finden Sie weitreichende Informationen zum Hochwasserschutz am Niederrhein: http://www.nr-feldmann.de/