Jahreshauptversammlung


Die ordentliche Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW fand am Donnerstag, den 12. Januar 2017 in der Gaststätte van Gelder in Büderich statt.

Bei den Wahlen ergaben sich die folgenden Ergebnisse:
Markus Skeide (Rheinberg-Borth) wurde als stellvertretender Vorsitzender,
Xaver Merkl (Wesel-Büderich) als Kassierer einstimmig wiedergewählt.

Neu in den Beirat wurde Hans-Peter Feldmann (Xanten-Birten) gewählt. Er wird die Bürgerinitiative vor allem in Sachen Hochwasserschutz beraten.

Einen ausführlichen Bericht über unsere Jahreshauptversammlung finden Sie auf unserer Homepage.


Planfeststellungsverfahren der LINEG „Gewässerregulierung Nordgebiet bis zum Zeitschnitt 2025“


Die Bürgerinitiative möchte auf das laufende Planfeststellungsverfahren der LINEG hinweisen.

Der Steinsalzbergbau hat zu Veränderungen an der Erdoberfläche geführt. Dadurch bedingt besitzen die Oberflächengewässer teilweise keinen natürlichen Weg mehr zum Abfließen. Zum Anderen werde der Abstand zwischen der Erdoberfläche und dem Grundwasser durch die abbaubedingten Setzungen zum Teil so weit verringert, dass bestehende Bausubstanz langfristig gefährdet werden könne und die Bewirtschaftung von Äckern und Wiesen eingeschränkt werde.

Aus diesem Grund plant die LINEG weitreichende Änderungen, die im Planfeststellungsverfahren "Gewässerregulierung Nordgebiet bis zum Zeitschnitt 2025" aufgeführt sind, welches nun anläuft. Vom 16.01.2017 bis zum 17.02.2017 können Bürger den Plan an verschiedenen Orten einsehen.
Leider ist bislang nichts bekannt geworden, ob es nachteilige Auswirkungen für die Bürger gibt oder ob nicht! Daher empfehlen wir, vorsorglich eine Einwendung fristgerecht vor dem 01.03.2017 einzureichen!

 

Generalentwässerungsplanung / Überflutungsgefährdung
Vorträge durch Ingenieurbüros


Auf Einladung der Bürgermeisterin Ulrike Westkamp nahm die Bürgerinitiative an einem Gesprächsaustausch zum Thema Generalentwässerungsplanung und Überflutungsgefährdung in Wesel teil. Anstoß zu diesem Gespräch war das Treffen der BI mit der Bürgermeisterin im Dezember 2016. Die Zielsetzung der Veranstaltung war es, die Grundlagen darzustellen, um die Fragestellung „was kann die Stadt leisten und was nicht?“ beantworten zu können.

In zwei Vorträgen berichteten eingesetzte Ingenieurbüros über die von ihnen erstellten Gutachten. Im Folgenden geben wir einen kurzen Abriss der präsentierten Inhalte:

Vortrag 1: Technische Regeln für die Abwasserbeseitigung
Referent: Dipl. Ing. Rainer Domnick blue-ing. Düsseldorf

Der Generalentwässerungsplan GEP wird nach Ortsteilen gegliedert und berechnet das Bestands- und Prognosenetz. Bei unzureichenden baulichen oder hydraulischen Zuständen der Abwasseranlagen werden Sanierungsmaßnahmen entwickelt. Es ist eine Überflutungsprüfung durch eine Gefährdungsabschätzung durchzuführen.

Während das Kanalnetz in Büderich im Mischsystem entwässert, erfolgt dieses in Ginderich im Trennsystem. Bei Rheinhochwasser und Starkregen fördern 3 kräftige Pumpen am Betriebspunkt Rheinallee das Mischwasser aus dem Kanalnetz in den Rhein. Am Betriebspunkt Rheinallee (Hochwasserpumpwerk) in Büderich ist ein mobiles Notstromaggregat vorhanden. Bei den letzten Erschließungsmaßnahmen (Tank- und Rastplatz Büderich und Gewerbegebiet Büderich – Nördlich Hagelkreuzweg) wurde Rückhalteraum für Niederschlagswasser geplant und gebaut.

Im neuen Gewerbegebiet wird das Niederschlagswasser der Dachflächen direkt in den Rhein geleitet (Trennsystem). Eine Versickerung ist auf der linksrheinischen Seite der Stadt Wesel auf Grund der geologischen Verhältnisse schwierig.

In Ginderich existieren unterschiedliche Senkungen im Ortsbereich. Aufgrund der Bemessung des Kanals für mehrere Geländehöhen, wird der Kanal den Gegebenheiten angepasst - dabei werden Senkungen bis 2096 berücksichtigt, das entspricht der wirtschaftlichen Lebensdauer der Kanäle.

Das Kanalnetz des Stadtteils Wesel-Ginderich wurde mit Modellniederschlägen einer 5-jährigen und 30-jährigen Wiederkehrhäufigkeit berechnet.

Vortrag 2: Theorie – Praxis: Niederschlagsbelastung
Referent: Dipl. Ing. Herr Czickus Ingenieurbüro Reinhard Beck

Die Bemessungsgrundlage für Kanäle ist die 5-jährige Regenhäufigkeit. Grundsätzlich können keine Extremwassermassen aufgenommen werden, da die Kanäle dafür nicht ausgelegt sind. Große Wassermassen können u. a. über Straßen abgeleitet werden. Interessant war in diesem Zusammenhang eine Maßnahme, die beim Straßenbau in Wuppertal genutzt werden. Dort werden durch ein entsprechend gestaltetes Straßenprofil und Straßenverlauf gezielt Wassermassenableitungen durchgeführt.

In den vergangenen Monaten wurde ein Model erstellt, bei dem durch Überfliegung der Ortschaften Büderich und Ginderich Laserscandaten erfasst wurden. Anhand dieser Daten wird ein Computer-Modell der Geländeoberfläche und der Gebäude erstellt. Im Gelände-Modell sind Senken und Mulden erkennbar, wobei dieses nicht heißt, dass diese sich automatisch bei Regen mit Wasser füllen.

Durch die Ermittlung der Fließwege des Wassers kann im Gelände-Modell festgestellt werden, wohin das Wasser letztendlich fließt. Mit Hilfe dieser Informationen kann nun eine Risikoabschätzung vorgenommen werden, um daraus entsprechende Maßnahmen abzuleiten.

Hier sind nun Kreis, Stadt, Straßenbauamt und die Bürger mit einzubinden. Es wird zu klären sein, welche Straßen, Grünflächen, Gräber die Wassermassen aufnehmen können, bzw. wie Verbindungen zu Rückhalteräumen hergestellt werden können.

In der abschließenden Diskussion betonte Herr Michelbrink von den Stadtwerken, dass der Entwässerungsplan und das Kanalnetz in Wesel den gesetzlichen und technischen Vorschriften für die Kanäle entsprechen. In Büderich seien alle technischen und gesetzlichen Vorgaben umgesetzt und zum Teil übererfüllt - z.B. im Zusammenhang mit dem Kanalquerschnitt.

Die Stadt plant, Informationen für die Bürger bereitzustellen, wie sich der Bürger im Falle von Starkregenereignissen verhalten sollte. Jeder einzelne Bürger ist jedoch selbst gefragt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

 

Gespräch mit Kreistagsfraktion von Bündnis 90 - Die Grünen

 

Die Bürgerinitiative hatte die Gelegenheit, den Vertretern der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 - die Grünen unsere Schaden- und Risikosituation darzustellen.

Da unsere Gesprächspartner grundsätzlich über unsere Lage informiert waren, konnte sehr schnell die Problematik auf den Punkt gebracht werden. Dabei kamen immer wieder die Erfahrungen bei Starkregen und das damit verbundene Issel-Hochwasser zur Sprache. Man ist sich bewusst, wie schrecklich diese Erfahrungen mit vollgelaufenen Kellern, Wiesen und Feldern sind. Selbstverständlich möchte auch Bündnis 90 - die Gründen für die Zukunft alle Vorsorgen treffen, um solche Ereignisse möglichst zu verhindern.

Herr Fischer wies darauf hin, dass mit dem fallenden Pegel in der Issel, das Wasser wieder abgelaufen sei, weil die natürlichen Abflüsse nicht gestört seien und funktionieren.
Genau diese Erfahrung haben die Bürger des linken Rheinbogen 1926 gemacht. Wir hatten ein Hochwasser, bei dem von Rheinberg bis Xanten in den meisten Häuser das Wasser im Erdgeschoss stand. Aber auch hierbei lief das Wasser bei fallendem Pegelstand im Rhein, wieder restlos ab. Damals hatten wir noch keine Bodensenkung und die natürlichen Abflüsse funktionierten bei uns auch.

Das ist der ganz großer Unterschied zu unserer heutigen Situation. Bei starken Wassermassen, die wie auch immer auftreten können, sind im linken Rheinbogen alle natürlichen Abläufe  durch Bodensenkung gestört und das Wasser muss abgepumpt werden. Wenn, wie zur Zeit gegeben, bei so einer Situation wegen Überflutung auch noch die Pumpen ausfallen, ist das Drama nicht mehr zu beschreiben.

 

Gespräch mit der LINEG in der kommenden Woche


Aus diesem Grund werden Vertreter der BI eine Einladung der LINEG wahrnehmen, um auf diesen unerträglichen Zustand hinzuweisen. Das Vorhaben der LINEG, das ausgelegte Planfeststellungsverfahren im Gebiet des linken Rheinbogens umzusetzen und durch Grabenvertiefungen und Böschungserweiterung mehr Wasser in dem Gebiet versickern zu lassen wo es anfällt, erhöht nach unserer Meinung den Grundwasserspiegel und verringert den Flurabstand.
Unsere Sorge, dass sich durch diese Maßnahmen Vernässungen nicht verhindern lassen, ist sicher begründet.

Wir gehen davon aus, dass der Kreis Wesel, als Verantwortlicher für unsere durch Bodensenkung gefährdete Region, die entsprechenden Zusagen von der LINEG einfordert.

Über den Ausgang es Gespräches werden wir sie selbstverständlich informieren.